Als er vergebens liebte.

By Johann Georg Gressel

Ach Ja! es ist gewiß genug

Sie hat mich nun verstossen

Mein Hoffen ist ein leerer Krug

Es schläget einen Blossen.

Sie ist noch härter als ein Stein

Und will nicht zu bewegen seyn.

Sagt was habe ich verbrochen

Das der Straffe würdig ist?

Alles was ich noch erduldet

Hat mein Hertze nicht verschuldet.

Jhr seyd ohne Fug entrüst.

Sagt was habe ich verbrochen

Das der Straffe würdig ist.

Jhr seyd kein Mensch! ihr seyd ein Tyger-Thier

Jhr geht an Grimm den Bären für

Jhr zürnet daß ich liebe

Und haßt die reinen Triebe

Die meine Seele nehrt.

Der Stein und Stahl wird endlich abgezehrt

Allein ihr seyd noch mehr als steinern

Eur Hertz will sich verhelffenbeinern.

Mein Hertze halt nur ein!

Sie wird nicht zu bewegen seyn.

Jhr meynt vielleicht

Ich müste sterben

Nein! eure Meynung treugt

Ich will des wegen nicht verderben.

Seyd ihr mein Leitstern nicht

So scheinet mir noch wol ein ander Licht.

Wende dich zu einen Hertzen

Das mit hellen Liebes-Kertzen

Und in gleichen Flammen brennt.

Mein Hertze halt nur ein

Sie wird nicht zu bewegen seyn.

Bemühe dich nicht ferner

Und pflantze deine Hoffnungs-Körner

So ungewiß nicht hin.

Es giebt noch mehr der Schönen

Vielleichte kriegt dein Sehnen

Ein Hertze zum Gewinn

Das nicht so unbarmhertzig ist.

Das Glücke und die Sternen

Die werden sich auf ewig nicht entfernen.

Sey wohlgemuth verzage nicht

Auf den Abend-voller Sorgen

Folgt ein Licht

Das durch einen hellen Morgen

Deine Traurigkeit versüßt.