Als Flavia in seiner gegenwart ihrem hündgen liebkosete. Sonnet.
Es hatte Flavia ihr hündgen auf dem schos,
Sie stopffet’ ihm das maul mit lauter mandelkernen,
Es fiel manch süsser blick aus ihren holden sternen,
Den dieses lumpenthier, doch ohn verdienst, genos.
Sie stellet ihm den schnee der reinen brüste blos,
Und wolte nicht den mund von seinem kuß entfernen,
Ich muste den verdruß dabey verbeissen lernen,
So starck mir auch die gall in mund und hertze flos.
Indessen konnt’ ich mich der wörter nicht erwehren:
„wie glücklich würde sich doch meine zeit verzehren,
„wär’ ich, ach Flavia! dein so geliebter hund!
„doch weil der himmel mich zum menschen auserkohren,
„so bin ich durch den grimm der Flavia verlohren,
„denn meine flamme lescht nur ihr geküster mund.