Als Herr Thomas Jencke, GerichtsVerwandter vnd Kauffmann der Altenstadt Königsbe...

By Simon Dach

Written 1632-01-01 - 1632-01-01

Was klagt man der Gerechten Seelen?

Sie fahren aus des Leibes Hölen

Hienauff in Gottes Hand:

Nicht Angst noch Quahl wird sie berühren,

Wol jhnen, ewig wol! sie führen

Den ausserwehlsten Frewden-Stand.

Man sieht sie an, als wenn sie stürben

Vnd durch die Hinfahrt gantz verdürben,

Der Wahnwitz halt sie todt;

Sie aber sind bey GOTT in Frieden

So bald Ihr Geist ist abgeschieden

Vnd leben ausser aller Noht.

GOTT steupt ein wenig hie auff Erden,

Dafur doch jhnen dort sol werden

Viel gutes, vnd viel Lieb' vnd Ehr'.

Wie wol sie hie viel Leidens haben,

Muß sie die Hoffnung dennoch laben,

Sie sterben nimmermehr.

Er hat in den Versuchungs Stunden

Sie seiner Liebe wehrt befunden,

Sie haben Ihm vertrawt,

Drumb sehn sie, daß Er sey der Alte,

Der ewig Bund vnd Glauben halte

Dem, der auff Ihn in Liebe bawt.

GOTT lässet Ihm doch die nicht nehmen

Die trew sind vnd sich sein nicht schämen.

Bleib heilig iederzeit,

So wird Er dich in Auffsicht fassen,

Vnd weder ietzt noch ewig lassen

Aus seiner Gnad' vnd Gütigkeit.