Als ich in meiner Hinreise dahin zog üm den ädlen weitberühmten und tieffsin- ni...
Sey tausend mal gegrüsst du weitberuffnes Wedel
Welchs eben so berühmt so herrlich und so ädel
Als etwan eine Stadt mag in Europa seyn
(doch sag’ ich itzo nicht von grosser Häuser Schein.)
Laß Dantzig seyn belobt durch grosse Zahl Geschütze;
Stadt Ulm durch vieles Geld; Laß durch viel Fürsten
Sitze
Und prächtige Gebeu Venedig seyn bekandt;
Und Rom durch seinen Pabst den dieß und jenes Land
Vor seinen Abgott hält; Laß Amsteldamm sich breiten
Mit seiner Kauffmannschaft; Laß auch bey diesen Zeiten
Die grosse Neronsburg die weltberühmte Stadt
Die jenen ädlen Mann anitzo bey ihr hat
Der sich durch unsre Sprach’ hat allbereits vergöttert
Berühmet seyn durch Kunst die alle Welt bespöttert
Was ihren Witz betrifft; Laß Straßburg durch den
Thurm;
Und Prag beruffen seyn durch letzten Kriegessturm
Laß die und jene Stadt durch dieß und jenes Prangen
Du kanst ingleichen auch dir einen Ruhm erlangen
Der nicht vergänglich ist. Doch hastu ihn doch schon
Du ädles Wedel du! Dein grosser Föbus Sohn
Der itzo bey dir wohnt wird dir durch seine Schrifften
Die lauter himmlisch sind ein solches Denkmal stifften
Daß dein vorschlechtes Lob nun wird bey Buntzlau
stehn
Auch dort bey jenem Solm die zwar schlecht anzusehn
Doch gleichwol weit berühmt. Du aber wirst hergegen
Du wehrter Flekken du dein Glükke wol erwegen
Das dir der Himmel gönnt. Du wirst den ädlen
Mann
Den Mann der so geschikkt und trefflich schreiben kan
Der durch die Poesie hat viel zu ihm gezogen
Dem jener tapffre Fürst von Hertzen ist gewogen
Der ädle Sachsenheld mein grosser Afrikan
Der Musen hoher Freund und gültiger Trojan.
Du wirst sag’ ich den Mann schon wissen hoch zupreisen
Und ihm all’ Ehr und Gunst und treue Dienst’ erwel-
sen
Schau ädles Wedel schau wie ihm der Elbenfluß
Der in die Westsee fleust tagtäglich einen Gruß
Von seinem Gott Neptun allmählich bringt zurükke:
So dänk dem reifflich nach was dieses vor ein Glükke
Und schönes Wesen sey daß du den bey dir hast
Den Gott und Mensch beliebt. Ich als ein fremder
Gast
Erbitte dieß von dir daß du ihm an- wollst- zeigen
Daß ich ihn hertzlich lieb’ und daß er wolle neigen
Zu mir ein Freundeshertz. Du weist ja wer es ist
Du liebes Wedel du?