Als ich in meiner Hinreise dahin zog üm den ädlen weitberühmten und tieffsin- ni...

By Georg Neumark

Sey tausend mal gegrüsst du weitberuffnes Wedel

Welchs eben so berühmt so herrlich und so ädel

Als etwan eine Stadt mag in Europa seyn

(doch sag’ ich itzo nicht von grosser Häuser Schein.)

Laß Dantzig seyn belobt durch grosse Zahl Geschütze;

Stadt Ulm durch vieles Geld; Laß durch viel Fürsten

Sitze

Und prächtige Gebeu Venedig seyn bekandt;

Und Rom durch seinen Pabst den dieß und jenes Land

Vor seinen Abgott hält; Laß Amsteldamm sich breiten

Mit seiner Kauffmannschaft; Laß auch bey diesen Zeiten

Die grosse Neronsburg die weltberühmte Stadt

Die jenen ädlen Mann anitzo bey ihr hat

Der sich durch unsre Sprach’ hat allbereits vergöttert

Berühmet seyn durch Kunst die alle Welt bespöttert

Was ihren Witz betrifft; Laß Straßburg durch den

Thurm;

Und Prag beruffen seyn durch letzten Kriegessturm

Laß die und jene Stadt durch dieß und jenes Prangen

Du kanst ingleichen auch dir einen Ruhm erlangen

Der nicht vergänglich ist. Doch hastu ihn doch schon

Du ädles Wedel du! Dein grosser Föbus Sohn

Der itzo bey dir wohnt wird dir durch seine Schrifften

Die lauter himmlisch sind ein solches Denkmal stifften

Daß dein vorschlechtes Lob nun wird bey Buntzlau

stehn

Auch dort bey jenem Solm die zwar schlecht anzusehn

Doch gleichwol weit berühmt. Du aber wirst hergegen

Du wehrter Flekken du dein Glükke wol erwegen

Das dir der Himmel gönnt. Du wirst den ädlen

Mann

Den Mann der so geschikkt und trefflich schreiben kan

Der durch die Poesie hat viel zu ihm gezogen

Dem jener tapffre Fürst von Hertzen ist gewogen

Der ädle Sachsenheld mein grosser Afrikan

Der Musen hoher Freund und gültiger Trojan.

Du wirst sag’ ich den Mann schon wissen hoch zupreisen

Und ihm all’ Ehr und Gunst und treue Dienst’ erwel-

sen

Schau ädles Wedel schau wie ihm der Elbenfluß

Der in die Westsee fleust tagtäglich einen Gruß

Von seinem Gott Neptun allmählich bringt zurükke:

So dänk dem reifflich nach was dieses vor ein Glükke

Und schönes Wesen sey daß du den bey dir hast

Den Gott und Mensch beliebt. Ich als ein fremder

Gast

Erbitte dieß von dir daß du ihm an- wollst- zeigen

Daß ich ihn hertzlich lieb’ und daß er wolle neigen

Zu mir ein Freundeshertz. Du weist ja wer es ist

Du liebes Wedel du?