Als ich mich / wider meinen willen / zu Ruhe begeben und das schreiben lassen mu...
By Catharina Regina von Greiffenberg
Written 1647-01-01 - 1647-01-01
Es müssen alle ding HERR durch dein weißes lenken
denselben die du liebst so wunder gut ausgehn.
Wann da der Osten Ziel sie gegen Westen stehn
kan doch zum ersten End dein Helffers Hand sie senken.
Mein Lustlauff wird gekürzt man will mein Pferd anhenken
wann es am bästen Rand du lässest es geschehn:
weil Lebens Längerung vor kurzweil du gesehn.
Man muß mir Zeit für Zeit auch ohn gedenken schenken
wann die geraubte Zeit die Lebenstäg verlängt
mein Edles Engelwerk so ist dir nichts benommen:
du wirst für diese Stund die Jahr und Täg bekommen
die mir noch künfftig sind leicht nicht so schmerz gemängt.
Ein widers Wesen ists still stehn im besten flug:
doch ist des Höchsten will mir Ziel und Zaum genug.