Als ihm lange Zeit verwehret war seine Schöne zu sehen.
Schönes Kind ach mein Verlangen!
Soll ich dich denn nicht mehr sehn?
Ist mein Glücks-Stern untergangen
Und soll es nicht mehr geschehn?
Daß ich aus den holden Augen
Und den Liljen deiner Brust
Darf als eine Biene saugen
Anmuhts volle Himmels-Lust.
Zwar mein Engel deine Güte
Strahlt noch immer auf mich zu
Und mein trauriges Gemühte
Küßte die erwünschte Ruh
Wenn die Mißgunst ihr bewachen
Und ihr Hüten unterließ
Die als wie vor dem die Drachen
Dich bewahrt mein güldnes Vlüß.
Geht ihr Himmel daß mein Warten
Den erwünschten Zweck erreicht
Oeffnet den verschloßnen Garten
Schaffet daß die Schlange weicht
Die mir von dem Lebens-Baume
Nicht die süsse Frucht gewehrt
Und nur stets im leerem Traume
Sodoms Früchte mir verehrt.
Doch wie öffters nach dem Weinen
Mancher feyrt ein Freuden-Fest
Und die Sonne pflegt zu scheinen
Wenn es nach mit Stürmen läst
So werd ich was mein Verlangen
Und was mich erfreuen kan
Endlich wiederum umfangen
Gleich wie ich vor dem gethan.