Als ihm Salinde eine Nacht-Lust versprochen.

By Johann Georg Gressel

Es bricht die Nacht mit ihrem Schatten ein

Darin ich soll in deinem Schoosse seyn:

Der Sternen Schein verliehrt sein helles Funckeln

Und

Nun führe du die schönsten Sterne her

Dein Auge laß nicht seyn von Strahlen leer.

Dein Angesicht sey jetzt des Himmels-Bilde

Die schöne Brust

Diana küßt Endymion bey Nacht

Weil denn die Lust in ihrem Schatten lacht

Cythere läst in düstern Finsternissen

In voller Lust sich von dem

So läst die Nacht die süßte Wollust zu

Ein Liebender findt in dem Schoosse Ruh:

Versüßte Lust Freud’ und Ergötzlichkeiten

Die sind bemüht den Vor-Rang zu erstreiten.

Cupido zollt im dunckeln Seelen-Lust

Und füllt damit das Wohn-Haus unser Brust

Er setzet uns als Liebes-Küchenmeister

Die Speisen vor so nur vor treue Geister.

So laß auch mich anjetzt mein Engel ein

Da uns die Zeit recht wil behülfflich seyn;

Es locken uns die dunckel-braunen Schatten

In Lust sich mit einander zu begatten.

Du läst mich nicht ein widrig Augen-sehn

Besondern gleich den frohen Stern auffgehn

Der mir verheist daß ich bey der

Kan stracks den Port der Glückes-Insul finden:

Der Insul da ein Rosen Bette macht

Die süsse Lust und die Ergötzung lacht;

Wo Anmuht sich in reiche Ströhme giesset

Und durch den Thau in unser Geister fliesset.

Schenck

Mach mir die Krafft der

Ach kühle mich und lösche meine Flammen

Die keiner kan als ungerecht verdammen.

Mich hat dein Strahl mein Engels-Kind verletzt

Und durch den Blitz in Brand und Gluht gesetzt.

Die

Daraus du nur mein Leben mich kanst retten.

Du bist der Artzt der eintzig und allein

Nur kan mein Trost und bester Labsahl seyn

Die Wunden so du pflegest auszutheilen

Die kanst du gleich durch holde Blicke heilen.

„ich will ich will! dein süsses Mündgen spricht

„dein matter Geist erhält ein neues Licht.

„ein Busen-Oehl und Lippen-Safft erfunden.

So spricht mein Schatz so denckt mein Engels-Kind

Und zeigt daß sie mir Hülffe stets ersinnt

Nur bleib also beständig mein Vergnügen

Und laß mich bald in deinen Armen liegen.

Du schwartze Nacht du Trauer-Flohr der Lufft

Bring’ alles Licht in

Ach brich doch an du dunckel schwartzes Wesen

Daß ich genieß die Lust so ich erlesen.

Diana weich von deiner silber Bahn

Jhr Sternen zieht ein dunckles Lüfftgen an.

Ach eilet doch ihr wartet allzulange

Mein Hertze ist vor Furcht und Liebe bange.

Doch so ihr wollt nur halb erstorben seyn?

So stöhrt uns nicht durch eurem blassen Schein

Helfft unser Lust vermehret unser Küsse

Durch eure Krafft und gütige Einflüsse

Salinde ist ihr Lichter schon bereit

Mich zu umpfahn mit Lust und Frölichkeit

Sie müht sich schon mit was vor süssen Mienen

Sie meinen Dienst wil wiederum bedienen.

Sie rufft mir zu ich soll nicht langsahm seyn

Jhr Angesicht hüllt sich in Rosen ein

Ein kleiner Schaam heist euch von hinnen gehen

Die Jungferschafft sollt ihr nicht sterben sehen.