Als Se. Hochgräfl. Gnaden Herr Balthasar Erdtmann des Heil. Römischen Reichs Gra...

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Ich komme theurer Graf bey später abend-zeit;

Weil sich mein opffer-blat vor licht und sonne scheut

Als daß kaum itzt sich darff bey mond und sternen trauen.

Was aber mir dazu noch muth und hertze macht

Ist dieses daß man zwar wird auff den zeilen nacht

Doch auch der treue glut im dunckeln besser schauen.

Es stellt der Linden-stadt ein hohes cedern Paar

Sich dieses mahl zugleich in ihren mauren dar;

Und weil schon ehemahls von deinen grossen Ahnen

Ein hohes mitglied selbst den scepter da geführt

Wo noch die weißheit itzt am Oder-strand regiert

Gebührt dir noch ein zoll von solchen unterthanen.

Mir zeiget sonderlich die grösse deiner huld

Die auff mich armen scheint die grösse meiner schuld.

Es könte recht und pflicht mich zur bezahlung zwingen.

Allein dein auge sieht nur mit genaden an;

Deßhalben opffert hier ein knecht so viel er kan:

Der klang und worte wird nebst seinen hertzen bringen.

Ich überlieffre dir music und säiten-spiel

Weil mein gelücke selbst diß von mir fodern wil

Als welches ja dadurch den anfang hat genommen.

Die ohren die den schall nun damahls liessen ein

Die werden mir auch itzt nicht zugeschlossen seyn

Wenn gleiche demuth wird mit gleichen opffern kommen.

Ich habe wort’ und hertz auf diß papier gelegt

Die hand die beydes hier zu deinen füssen trägt

Wird ihre kühnheit denn vor eine tugend schätzen

Wofern ein gnaden-blick auf diese sylben strahlt

Drüm dencke daß ein mensch der mit dem hertzen zahlt

Das beste was er hat zum opffer auf wil setzen.

Mein wunsch ist: Lebe wohl du Vater unsrer stadt

Du pfeiler der mein heyl so wohl gestützet hat!

Ingleichen dein Gemahl der auszug holder gaben

Der die vollkommenheit aus ieder mine spielt:

Und was dein hohes hauß sonst vor vergnügen fühlt

Das müsse weder ziel noch einen grentz-stein haben.

Viel tausend wohlergehn sey deiner tugend lohn

Das wehe bleibe dir ein unbekandter thon.

Die pflantzen welche du im seegen auferzogen

Die müssen stets zu trost der unterthanen blühn;

Und darf ich meinen wunsch in eine zeile ziehn:

Der himmel bleibe dir du aber mir gewogen.