Als sein liebwehrter Freund Herr Johann-Peter Titz Den 10. Januar. 1651. nicht a...
Jst iemals wol ein Tag so glüklich mir erschienen
Da ich mehr Uhrsach’ hett’ erfreuligst zu bedienen.
Ein treues Freundeshertz hat temals eine Zeit
Mich so beseliget und die Gelegenheit
Mir an die Hand gebracht mich innerlich zu freuen
So ist es dieser Tag. Führt eure Freudenreichen
Jhr Römer wie ihr wolt an eurem grossen Fest’
Hilarien genant; machts auf das allerbest’
Jhr klugen Attier wenn ihr mit vielen Springen
Askolien begeht ich laß euch solche Dingen
Jhr närrsches Heydenvolk zu eurer eignen Lust
Mir ist auf diesen Tag ein’ andre Lust bewust:
Es lest nicht Föbus nur mit angenehmen Winken
Am lichten Firmament die güldne Strahlen blinken
Und führt den Tag herauf an dem mein lieber Freund
Den mein unfalsches Hertz recht tren und redlich meint
Der eine Fakkel ist bey allen Kliussöhnen
Den die bekräntzte Schaar der löblichen Kamenen
Ein Amaltheer Horn vol Weißheit überreicht
Der jenem Pindarus in teutscher Sprache gleicht
Zur Welt gebohren ist. Er lest sein Fuhrwerk stehen
Und steigt zu uns herab nach dem Er angesehen
Daß ietzt erwehnter Freund bey dieser edlen Stadt
Den Schulstaub mit Geduld so lang ertragen hat
Nimmt ihn von da heraus setzt ihn zu grösren Ehren
Nicht aber daß Er sich der Mühe solt’ erwehren
Und gantz befreyet seyn. Denn weil der Mensche noch
Hier auf der Erden wallt liegt ihm das schwere Joch
Der Arbeit auf dem Hals- und kan sich nicht entbinden
Müh’ Sorge Schweiß und Angst wird sich doch allzeit
finden
Er mach’ es wie Er woll’. Er nimmt ihn bey der Hand
Und führet ihn hinauf in einen höhren Stand
Und zwar an diesem Tag’ an dem er ist gebohren’
An welchem Tag’ Er ihn zu seinem Dienst’ erkohren
Stellt ihm ein wakkres Volk der Musen werthes Chor
An jener Kinderstatt zu seiner Aufsicht vor.
Wer nur was Redliches gelernet und verstehet
Der wird doch endlichen zum Ehrenstand’ erhöhet;
Der bleibt nicht unten stehn der nur was gutes kan
Die Tugend hebet auf nnd ehret ihren Mann.
Du bist es mein Herr Titz du Freund der Kastalinnen
Du deines Landes Zier du Liecht der Lignitzinnen
Du teutscher Juvenal du hochbeliebter Freund
Dem Föbus nun so schön so klar und frölich scheint.
Du bist es mein Heir Titz den Er noch höher setzet
Den Er mit süsser Lust an diesem Tag’ ergetzet
Und inniglich erfreut Er giebt Dir zuverstehn
Daß dein so schönes Lob noch sol viel weiter gehn.
Wolan ich freue mich daß Gott es so geschikket
Daß eben diesen Tag dir solches hat geglükket
Daß du geehrter Freund auf einen Lehrstuel steigst
Und in der grossen Schul dich als ein Lehrer zeigst.
Auch dieses wünsch’ ich noch von meines Hertzengrunde
Es wünschet Hertz und Mund daß dich zu aller Stunde
Dergleichen Glükk erfreu’ und daß zu iederzeit
Wenn dein Gebuhrtstag kömmt sich auch dein Lob auß-
und wachse mehr und mehr. (breit'