Als seine Balis starb. Cantata.

By Johann Georg Gressel

Komme Tod! ach süsser Tod!

Lieblich scheinet mir dein Wüten

Hau mit deiner Sensen zu

Setz den schwachen Geist in Ruh;

Denn kein Glücks-Schein kau begüten

Seine zugestoßne Noht

Komme Tod! ach süsser Tod!

Lieblich scheinet mir dein Wüten.

Da die Hälffte meiner Seelen

Lieget in des Grabes-Hölen;

Wil ich ihr Gefährte seyn

Scharrt mich doch zu ihr hinein.

Wenn der Sonnen güldne Strahlen

Nicht die Erde mehr bemahlen

Sinckt der

Und verläst den hohen Muth;

Ja des

Müssen ihn zu frieden stellen

Und indem er sinckt hinein:

Wil er

Weil er in dem Strohm begraben

Scheinet da sein Grab zu haben

Da der Leit-Stern seiner Pracht

Phœbus ist ins Grab gebracht.

Meine Sonn’ ist auch verblichen

Und ins schwartze Grab gewichen

Jhr Entfernen greifft mich an

Daß ich nicht mehr leben kan.

Schöne

Daß ich willig auf-will-geben

Doch mit deinem Sterben ab

Sieh es küsset schon das Grab.

Schwinge dich betrübte Seele

Doch zu deinem Schatze hin

Da die Schöne die dein Leben

Dir kan frohe Blicke geben;

Auf verlaß des Leibes Höle.

Schwinge dich betrübte Seele

Doch zu deinem Schatze hin.

Auf der Erden

Kan mir nichts behäglich werden

Nun mein Himmel

Ist gemacht zum Traur-Getümmel.

Alle Lust ist mir Verdruß

Nun ich

Keine Freude kein Ergetzen

Kan mich mehr zu frieden setzen

Als der Tod

Das End’ und Anfang meiner Noht.

Weg Vergnügen dein Vergnügen

Ist ein Tand

Und besteht auf Unbestand.

Da mein Leben ist entfernet

Mir kein Freuden-Stern mehr sternet.

Weg Vergnügen dein Vergnügen

Ist ein Tand

Und besteht auf Unbestand.

Ich will sterben

Da mich meine

Und im Tod die Lust erwerben

Daß sie nimmer mich verläst.

Entweichet ihr Geister

Sucht Sterben und Grab

Da alles Vergnügen mit

Wie kan ich denn leben in bitterer Noht?

Entweichet ihr Geister

Sucht Sterben und Grab.