Als seine Blondine sehr kranckwurde.

By Johann Georg Gressel

Es zeigen jetzt der Welt die Seuffzer und die Zähren

Daß sich mein Canaan in

Das Zucker vorger Lust wird jetzt zu Wermuth-Schleim

Und

Vor speißte mich das Glück mit gleissenden Pasteten

Nun aber müht es sich nur meine Lust zu tödten

Und zeigt den Drachen-Schwantz vor die

Indem es mir entzieht die Nahrung meiner Lust.

Es wird sein Freuden-Fest zu einer Marter-Wochen

Und meine Sonn’ hat sich in Wolcken gantz verkrochen

Hat es mir seinen Wein im Anfang gleich geschenckt

Doch werd’ ich nun mit Gifft und Schierlings-Safft geträuckt

So schmeichelt mir das Glück mit falschen Judas-Küssen

Und läst mir Pilsen-Safft in seinem

Es drückt mich an die Brust und stellt sich freundlich an

Doch es die Klauen nicht dabey verbergen kan.

Ich sehe den Betrug und fühle seine Klauen

Die es in meine Brust so tödtlich eingehauen

Daß mich der herbe Schmertz durch Wehmuth fast entseelt

Weil mein Vergnügungs-Licht die letzte Stunde zählt.

Ich küsse auch den Tod wenn meine Schöne stirbet

Blondinens Untergang vor mich ein Grab erwirbet

Die Rosen wandeln sich in eine Dornen Bahn

Und vor Ergötzlichkeit greifft mich ein Schaudern an.

Das Röcheln ihrer Brust beklemmet mir das Hertze

Ich fühle ebenfals die Pein ach herber Schmertze!

So dieses Engels-Bild Ha Ungerechtigkeit!

Erbärmlich tödten will vor der gesetzten Zeit.

Ach Himmel giebst du zn das Sterben dieser Schönen?

Kan denn kein Seuffzer nicht den harten Zorn versöhnen.

Ach! zinßt so mancher Mund die Farren gantz umsonst?

Und finder keiner nicht vor deinem Throne Gunst?

Grausahmer Himmel ach! ach laß dich doch erbitten!

Und höre auf in Grimm die Hoffnung zu verschütten

Schmeiß Donner-Keile her ihr Wolcken blitzt und kracht

Gewaltig auf mich zu daß nur

Doch wo gedenckt ihr hin ihr Sorgen reiche Sinnen?

Was stosset ihr heraus was wollet ihr beginnen?

Der Himmel ist gerecht verzaget nicht sogleich

Er wird vielleicht noch wol durch meine Seuffzer weich.

Was aber hilfft der Trost? einjeder will verzagen

Den Himmel und das Glück könnt ihr mit recht verklagen

Auf fluchet dem Geschick speyt das Verhängniß an

Den Himmel ehrt man nicht wenn er nicht helffen kan.

Ha ungetreues Glück! das Gifft vor Zucker schencket

Und vor ein Lippen-Meth mit Drachen Blute träncket

Dein Becher mich anjetzt bis auf den Tod verletzt

Wie kostbahr auch das Gold das dieser Gifft-Tranck nätzt.

Der Krantz den ich von dir auf meiner Schlaff gefunden

Ist guten Theils mit Dorn und Nageln unterwunden

Ach! gar ein schlechter Krantz der mir das Leben nimmt

Und durch

Noch mehr du raubest mir den Nahrungs reichen Bissen

Und läst mich Spinnen-Gifft vor

Du tobest auf mich zu verfolgst mich als ein Feind

Und schaffst daß ein

Ha ungerechtes Glück! verfluchet sey dein Schmeicheln

Der Firniß des Geschicks und des Verhängniß Heucheln

Ein ander traue dir und deinem falschen Schein

Mir nimmt dein Schmeicheln nie die Sinnen wieder ein.