Als seine Blondine sehr kranckwurde.
Es zeigen jetzt der Welt die Seuffzer und die Zähren
Daß sich mein Canaan in
Das Zucker vorger Lust wird jetzt zu Wermuth-Schleim
Und
Vor speißte mich das Glück mit gleissenden Pasteten
Nun aber müht es sich nur meine Lust zu tödten
Und zeigt den Drachen-Schwantz vor die
Indem es mir entzieht die Nahrung meiner Lust.
Es wird sein Freuden-Fest zu einer Marter-Wochen
Und meine Sonn’ hat sich in Wolcken gantz verkrochen
Hat es mir seinen Wein im Anfang gleich geschenckt
Doch werd’ ich nun mit Gifft und Schierlings-Safft geträuckt
So schmeichelt mir das Glück mit falschen Judas-Küssen
Und läst mir Pilsen-Safft in seinem
Es drückt mich an die Brust und stellt sich freundlich an
Doch es die Klauen nicht dabey verbergen kan.
Ich sehe den Betrug und fühle seine Klauen
Die es in meine Brust so tödtlich eingehauen
Daß mich der herbe Schmertz durch Wehmuth fast entseelt
Weil mein Vergnügungs-Licht die letzte Stunde zählt.
Ich küsse auch den Tod wenn meine Schöne stirbet
Blondinens Untergang vor mich ein Grab erwirbet
Die Rosen wandeln sich in eine Dornen Bahn
Und vor Ergötzlichkeit greifft mich ein Schaudern an.
Das Röcheln ihrer Brust beklemmet mir das Hertze
Ich fühle ebenfals die Pein ach herber Schmertze!
So dieses Engels-Bild Ha Ungerechtigkeit!
Erbärmlich tödten will vor der gesetzten Zeit.
Ach Himmel giebst du zn das Sterben dieser Schönen?
Kan denn kein Seuffzer nicht den harten Zorn versöhnen.
Ach! zinßt so mancher Mund die Farren gantz umsonst?
Und finder keiner nicht vor deinem Throne Gunst?
Grausahmer Himmel ach! ach laß dich doch erbitten!
Und höre auf in Grimm die Hoffnung zu verschütten
Schmeiß Donner-Keile her ihr Wolcken blitzt und kracht
Gewaltig auf mich zu daß nur
Doch wo gedenckt ihr hin ihr Sorgen reiche Sinnen?
Was stosset ihr heraus was wollet ihr beginnen?
Der Himmel ist gerecht verzaget nicht sogleich
Er wird vielleicht noch wol durch meine Seuffzer weich.
Was aber hilfft der Trost? einjeder will verzagen
Den Himmel und das Glück könnt ihr mit recht verklagen
Auf fluchet dem Geschick speyt das Verhängniß an
Den Himmel ehrt man nicht wenn er nicht helffen kan.
Ha ungetreues Glück! das Gifft vor Zucker schencket
Und vor ein Lippen-Meth mit Drachen Blute träncket
Dein Becher mich anjetzt bis auf den Tod verletzt
Wie kostbahr auch das Gold das dieser Gifft-Tranck nätzt.
Der Krantz den ich von dir auf meiner Schlaff gefunden
Ist guten Theils mit Dorn und Nageln unterwunden
Ach! gar ein schlechter Krantz der mir das Leben nimmt
Und durch
Noch mehr du raubest mir den Nahrungs reichen Bissen
Und läst mich Spinnen-Gifft vor
Du tobest auf mich zu verfolgst mich als ein Feind
Und schaffst daß ein
Ha ungerechtes Glück! verfluchet sey dein Schmeicheln
Der Firniß des Geschicks und des Verhängniß Heucheln
Ein ander traue dir und deinem falschen Schein
Mir nimmt dein Schmeicheln nie die Sinnen wieder ein.