Als sich die Zeit herbey nahete daß er von Thoren abreisen solte.
So ist es denn an demdaß ich von dir soll scheiden
Du edles Thoren du du andre Vaterstadt
Du Wohnhauß meiner Lust und zweybejahrter Freuden
Von dir da mich so offt dein Tuhn ergetzet hat?
Soll ich mich schöner Ohrt anietzo von dir reissen?
Sol ich ins künfftige dich nimmer wieder sehen
Du wehrte Stadt die du den Schlüssel von dem Preussen
An deiner Seiten trägst? Ach schwerlich wirds geschehn.
So hab denn gute Nacht zu hundert tausend malen
Sey ewig unbetrübt du hochbeliebte du
Gott lasse seine Gunst dir unaufhörlich strahlen
Leb allezeit vergnügt in stottzem Fried’ und Ruh.
Habt tausend gute Nacht ihr vielgeehrte Freunde
Du grosser Daffnis du und du auch Floridan
Du ädler Tytirus du Schrekken meiner Feinde
Du wehrter Filidor du tieffgelehrter Mann
Und wer ihr ferner seyd seit allezeit gepriesen
Von meiner Poesie vor eure schöne Gunst
Die treu und hertzlich war die ihr mir habt erwiesen
Zum theil bald brüderlich. Ich wil die beste Kunst
Gebrauchen die ich kan üm euch nur hoch zu preisen
Die ihr es würdig seit. Der ist ein Bösewicht
Der sich vor Guttaht kan nicht dankbarlich erweisen.
Ein böser Unmensch weiß von keinem Danke nicht.
Auch ihr habt hertzlich Dank ihr ädlen Weiße linnen
Jhr honigsüsses Volk die ihr an Höfligkeit
Geht vielen vielen vor habt dank ibr Venusinnen
Die ihr so manchesmal die liebgewünschte Zeit
Auf eure Polnisch’ Ahrt mir habet kurtz gemachet
Lebt allzeit so erfreut ihr ädle Tugendschaar
Der Himmel der allzeit für eure Wohlfahrt wachet
Der geb euch zartes Volk viel hundert gute Jahr’
Auch ihr habt gute Nacht ihr wunderschönen Gärten
Jhr Oerter meiner Freud’ ihr Plätze meiner Lust
Mein Hertz erstarret fast die Zunge wil verhärten
Wenn ich den öfftern Schertz der Himmel dir bewust
Bey mir betrübt erweg’ ich bin vor grossen Leiden
Jetzund fast nicht mein selbst daß ich ihr schönen Plätz?
Auch Przischek und Slavkow’ hinfüro so muß meiden
Die ich was Lust bebtrifft fast gleich dem Tempe schätz’.
Und du mein Strömchen du fliess’ ewig unbetrubet
Welchs meinem Tytirus und mir allein bekandt
Welchs ich nach jeuer Nymf die mir allein beliebet
Und fesi im Hertzen sitzt Kartillenfluß genant.
Wie offte ritt’ ich hin und satzte mich da nieder
Und hörte dein Gereusch’ du Kristalliner Fluß
Wie offt sang ich bey dir der Karitillen Lieder
Dann satzt’ ich mich auffs Pferd und schiede mit Ver-
druß.
Wolan so sey gegrüsst du wolgebautes Thoren
Mit aller deiner Lust gegrüsset ohne Zahl
Welchs mir so offtermals sö süsse Lust gebohren
Sey tausendmal gegrüsst und noch viel hundertmal.