Als sie bey trübem sturm-wetter ihre wäsche bleichete.
Komm sanffter westen wind und brich den kalten norden
Der heute mit gewalt durch alle gärten streicht
Und macht daß Solimen da sie die wäsche bleicht
Die strahlen ihrer lust sind zu gewölcken worden.
Vertreibe diesen feind durch ein gelindes wehen
Beut alle Zephyren zu deinen diensten auff
Und hemme seiner macht den vorgesetzten lauff
Der selber der natur will ihren weg verdrehen.
Die erde lieget schon der Solime zun füssen
Und beut ihr klee und graß zum grünen bleich-platz an;
Sie thut ihr selbst gewalt und schmücket wie sie kan
Ihr buntes sommer-kleid mit tulpen und narcissen.
Was säumstu sonne nun mit deinen heissen blicken?
Zerreiß der wolcken flor bestrahle deine braut
Die dir der himmel selbst von anfang anvertraut
Und zeig ihr länger nicht den so verhaßten rücken.
Sie hofft wie Solime mit sehnlichem verlangen
Auff dich und deinen schein der beyden noch gebricht
Drum öffne wie du pflegst dein süsses angesicht
Bevor der abend kömmt mit seiner nacht gegangen.
Denn tritt der mond hervor der könig aller sterne
Der werffe seinen schein aus der gewölbten höh
Auff den gebreiten zeug der schönen Solime
Und schaue daß kein dieb ihr was davon entferne.
Aurora lasse nichts als nasse perlen thauen!
Die thränen die sie sonst verliehrt um ihren freund
Den sie wie Solime den bruder itzt beweint
Die müsse man erwacht auff allen tüchern schauen.
Wind erde sonn und mond Aurora hört mein flehen!
Nehmt euch der Solime und ihres zeuges an.
Schütz’t und bewachet es so gut ein ieder kan
Sonst ist es mehr um mich als ihre lust geschehen.