Als sie ihm alle gewogenheit ins künfftige versagte.
Ach möchtestu vor mich so viel erbarmung hegen
Als wohl mein kranckes hertz verliebte flammen trägt
So würde dieses blat dich nicht zum zorn bewegen
Daß meine faust hiermit zu deinen füssen legt.
Die wehmuth würde dir biß zu der seelen steigen
Wann du die thränen solst auf meinen wangen sehn
Und wie sich meine brust schon will zum grabe neigen
Indem es gäntzlich fast um deinen knecht geschehn.
Nun aber weiß ich dir nicht gnugsam vorzustellen
Die centner-schwere last der unerschöpfften pein
Wormit dein harter schluß will meine brust vergällen
Und mich heist ohne lust und ohn vergnügen seyn.
Selbst meine faust weiß kaum die feder mehr zu führen
Diß blat ist auch zu eng vor meine traurigkeit,
Und was mir etwan noch soll meine geister rühren
Hat angst und bittres weh! mit wermut überstreut.
Die tinte will mir nicht wie sonst vor diesem fliessen.
Die reimen übergehn ihr fest-gesetztes ziel
Vor zittern kan die hand nicht recht die sylben schliessen
Und kurtz; Ich selber bin des himmels gauckel-spiel.
Darff ich Arminde dir die wahrheit recht gestehen
So hastu selbst die qual in meiner brust erregt;
Es scheint ich soll nicht mehr auf freuden-rosen gehen
Ach! daß der himmel mich mit solcher angst belegt.
Dein schuß dein harter schluß der zwinget mich zum sterben
Was die Ergötzung bringt greifft mich mit schmertzen an
Aus deiner härtigkeit entstehet mein verderben
Kein wunder daß ich auch fast nicht mehr leben kan!
Du zeigst mir jetzund nichts als schwartze trauer-kertzen
Mein freuden-licht hast du verkehrt in kummer-nacht
Du labest dein gemüth an meinen seelen-schmertzen
Doch welche freude hat dir meine noth gebracht?
Soll ich nun ferner nicht den süssen thau geniessen
Den mir dein rosen-mund vor kurtzem hat gewehrt
So muß die seele selbst in bleicher angst zerfliessen
Und zeigen wie dein schluß itzt meine brust versehrt.
Arminde nicht zu streng! du weist ich muß dich lieben
Ein trieb der über mich und meine kräffte steigt
Ein überirrdscher zwang hat mich hierzu getrieben
Schau wie mein hertze sich vor deiner gottheit beugt
Und dennoch wilstu mich und meine glut verwerffen
Du tadelst was dich liebt ich bin bey dir verhaßt
Du wilst noch meine noth mit frischen kummer schärffen
Da doch vor traurigkeit hertz seel und geist erblast.
Mit was hat wol dein knecht die harte straff verdienet
Das ihn dein strenger schuß mit gall und wermuth tränckt?
Daß keine wehmuth mehr in deiner seelen grünet.
Daß nichts als ach! und weh! sein treues hertz umbschränckt!
Ach läg ich doch verscharrt im schoß der schwartzen erden
So wär ich solcher art entgangen aller noth
Es dörffte meine brust nicht mehr gefoltert werden
Die jetzt fast stündlich fühlt den allerschärffsten todt.
Ich läge gantz entfernt von allen unglücks-plagen
Es griffen mich nicht mehr sturm blitz und wetter an
Ich weiß du würdest noch auf meinem grabe sagen:
Hier liegt mein armer freund dem ich zu viel gethan;
Ach könt ich ihn anjetzt der todten-schaar entziehen
Er würde nicht durch mich und meine glut verzehrt
Die rosen solten ihm auf meinem munde blühen
Denn seine güldne treu war solcher blumen wehrt.
Verzeihe schönste doch dem eifrigen beginnen.
Du siehst allhier die frucht verwirrter ungedult:
Bistu nun meisterin von meinen krancken sinnen
So tadle mich dann nicht es bleibet deine schuld.
Wiewohl ich weiß du läst mich ohn erbarmen stehen
Ich schmecke doch nicht mehr der süssen liebe pfand.
Drum will mein hertz auch schon im leyde fast zergehen
Vor unmuth fällt mir selbst die feder aus der hand.