Als sie in der grösten hitze über frost klagte. C. E.
Aurora die den blitz in beyden augen führt
Auff deren wangen sich die rothen flammen färben
Will da des himmels glut den gantzen erd-kreyß rührt
Jm sommer nur allein vor frost und kälte sterben.
Jhr mund der feur und brand auff seinen lippen trägt
Führt über schnee und eiß sehr ungegründte klagen
Und will ob schon die glut uns blut und adern regt
Doch nur von rauher lufft und kaltem wetter sagen.
Jhr gantzer leib erstarrt die stirne selbst erbleicht
Und ihre liljen-brust die erst dem helffen-beine
Jtzt aber halb erblaßt dem todten winter gleicht
Erstirbt verwandelt sich und wird wie fast zum steine:
Der fall der sie betrifft ist sattsam uns bekandt.
Was aber hier vor rath? wird man sie sterben lassen?
Ist gar kein retten mehr kein mittel nicht zur hand?
Auff Amor! laß sie doch nicht vor der zeit erblassen.
Hilff denn du kanst es thun durch deinen heissen strahl
Zünd ihre geister an laß sie in flammen schwitzen
Zerbrich ihr kaltes hertz das härter noch denn stahl
Füll es biß oben an mit deinen reichen blitzen
Zerschmeltze diesen schnee der ihre brust bedeckt
Und laß sie brand und glut in allen adern finden;
Doch nim ihr feur in acht das in den augen steckt
Sonst möcht es beydes dich und alle welt entzünden.