Als sie sich etwas unpäßlich befand.

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Arminde bistu kranck? hastu dein haupt verbunden?

So muß ich warlich auch mit dir im leide gehn

Dein schmertzen schläget mir die tieffsten seelen-wunden

Und heist mein blut erstarrt in allen adern stehn.

Ach! glaube deine pein die zwinget mich zum sterben

Was dir verdruß erweckt greifft mich nicht minder an.

Auß deinem ungemach komt endlich mein verderben;

Schau wie der himmel mich so grausam straffen kan!

Du klagst: Dein schönstes haupt empfinde harte schmertzen;

Gewiß mein wohlergehn vernimt ietzt seinen tod

Es steigt die traurigkeit mir gar zu sehr zu hertzen

Und kurtz: Mein gantzes glück liegt in der letzten noth.

Wie kan es anders seyn in dir beruht mein leben

Trifft dich ein ungemach so sühl ich deine pein

Dein schmertzen kan mir nichts als bleichen kummer geben

Und deine angst mischt sich mit meinem jammer ein.

Thustu mir aber kund; dein haupt-weh sey vergangen

So fühl ich wiederum was lust erwecken kan

So kan ich abermals mein freuden-licht empfangen

Und meine seele wird mit wollust angethan.

Es lieget nun bey dir du kanst mich glücklich machen

Ein wort von deiner hand labt meinen matten geist;

Geschichts so kan ich auch der grösten schmertzen lachen

Die mir der himmel ietzt bey deiner kranckheit weist.