Als sie sich mit einem glase die hand verschnitten. C. E.

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

So recht! meyneid'ge hand! so werd' ich einst gerochen

Und deine falschheit wird mit gleicher maaß belohnt.

Ha! unbeständige! noch leichter als der mond

Wie pflag ich nicht vor dem auff deine treu zu pochen?

Was hab ich mir nicht stets vor gunst von dir versprochen?

Da aber deine huld auch frembden dienste frohnt

Und so viel andre mehr dein schmeicheln schon gewohnt

So wirst du billich itzt biß auff das blut gestochen.

Wol mir! ein schlechtes glaß sucht meinen schimpf zu rächen!

Die rache geht nach wunsch. Was hab ich nun zu sprechen?

Fließ dann treuloses blut biß auf den letzten tropffen

Ich werde nimmermehr die wunde dir verstopffen:

Und würde deiner hand das leben selbst entführet

Gut! wenn kein ander nur mehr wird durch sie berühret.