Als Sr. Königl. Majestät von Preussen höchst erfreulicher Geburts-Tag 1712. gefe...

By Christian Friedrich Hunold

Written 1697-01-01 - 1697-01-01

Wenn der Canonen Donner knallt

Wenn Paucken zu Trompeten klingen

Wenn Millionen Lob erschallt

Ein gantzes Königreich will singen;

Wenn sich der Lüffte Thon vermehrt

Vom Jauchzen über Friedrichs Leben

Und niemand meinen Jubel hört

Wird mir Gehör der Himmel geben.

Es streite Preussen mit der Welt

Ob seinem Herrscher welche gleichen.

Es geben ihm so Hoff als Feld

Die Welt-berühmten Sieges Zeichen;

Es zehle seiner Thaten-Heer;

Sein Eyfer wird doch nichts erlangen

Als daß es nun und nimmermehr

Satt preiset was es angefangen.

Denn Gottes Huld ist allzugroß:

Wenn um und um Carthaunen blitzen;

Wenn aller Länder Unglück loß;

So können wir in Frieden sitzen.

Zwar Friederich hat seinen Feind

Den kan sein Helden Arm erschrecken;

Doch die in seinem Reiche seynd

Will Er durch Adlers Flügel decken.

Diß preise mehr als Preußens Reich.

Auch ferne Länder mögens loben.

Den Erben rühme man zugleich

In dem wir viele große Proben

Von Friedrich Willhelms Geiste sehn.

Unsterblich ist dein Hauß O König!

Der Himmel spricht es wird geschehn

Und dennoch sagt ihr noch zu wenig.

Wir wissen freylich deine Treu

O höchster Gott nicht aus zu drücken

Da des Gesalbten Leben neu

Durch welchen du uns willst beglücken.

Drum preiß ich alle Wunder nicht

Durch welche wir im Seegen prangen

Nur ehr' ich dieses große Licht

Das allen Musen aufgegangen.

Da die Gelehrten hoch im Wehrt

Die Kirch und Regiment verwalten

Hat einst diß Königreich begehrt

So einen Fürsten zu erhalten

Der Land und Schulen herrlich macht.

Der Himmel sprach: Er sey erkohren

Drauf wurde Preußens Heil und Pracht

Und auch der Musen Fürst gebohren.

Es jauchze das beglückte Land

So daß es in die Wolcken dringet!

Der Himmel rief: Es sey bekand

Daß dieser Fürst mein Wohlseyn bringet.

Drauf ward er durch desselben Rath

Zum Erb-Printz unverhofft erlesen.

Der Chur-Hut war die andre That

Daß Gott mit Ihm und uns gewesen.

Der sprach: erbaue zum Behuf

Der Wissenschafft und Tugend Tempel

Am Tage da ich dich erschuf;

Und sey ihr Vater und Exempel.

Fridriciana ward erzeugt

Die Tochter eines weisen Helden.

Wie ihr sein Vater Hertz geneigt

Wird heut ihr triumphiren melden.

Da Gott nun unserm Salomon

Mit Weißheit alles Heil gegeben

So gab er Ihm auch Preußens Thron

Als König wohl-verdient zu leben

Weil er Verfolgte hat geschützt

Vor Gott ein frommes Hertz getragen

Durch sich die Tugend unterstützt

Sein Land geliebt den Feind geschlagen.

Nun unser weiser König lebt!

Ihr Engel nehmet unsre Lieder

Weil ihr vor Gottes Throne schwebt

Legt da diß schlechte Dancken nieder.

Lobsinget jetzt mit uns dem Herrn

Und laßt die Engels-Stimmen hören:

Ihr habet Euren König gern?

Gott wird sein Reich und Leben mehren.