Als TIT. Herr A. S. von Hohberg an. 1687 zu Franckf. an einer tödli- chen wunde ...

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Ich weiß nicht, Seeligster! ob ich zu tadeln bin,

Daß ich mehr thränen itzt, als dinte muß vergießen;

Denn dein verscharrter leib reißt meine geister hin,

Und läst mir nichts als blut in meine feder fließen.

Dein muth, dein ernster fleiß, und deine freundligkeit

Stehn als drey Gratien noch stets vor meinen augen,

Und lassen, ob man dich mit sande gleich bestreut,

Mich doch die liebe noch aus deinem grabe saugen.

Ach daß doch wind und sturm auch hohe berge trifft!

Ich baut’ auf deinen grund schon tausend freuden-säulen;

Nun seh’ ich, wie der tod uns die gesetze stifft,

Und wie die gipffel selbst zu dem verderben eilen.

Doch dis wird, Seeligster! dir nur zuwider seyn,

Und du must selbst vielleicht uns dieses trost-mahl reichen:

Schenckt uns des himmels zorn gleich gall und wermuth ein;

So soll sie die vernunfft mit zucker doch bestreichen.

Wohlan! Ich gönne dir der seelen süße ruh:

Ich lasse deinen geist im hohen himmel schweben,

Und ruffe dir zuletzt nur diese worte zu:

Kanst du nicht irdisch seyn, so will ich himmlisch leben.