Als Tit. Herr Jacob Friederich Ludovici, J.U.D. auf der Hochl. Friederichs-Unive...

By Christian Friedrich Hunold

Written 1697-01-01 - 1697-01-01

Zwar Glück und Tugend sind nicht allezeit verbunden

Die Ehren Sonne scheint auch Distel-Köpfen wohl.

Hier aber hat Verdienst den rechten Preiß gefunden

Und der Gelehrten Stern regieret noch am Pol.

Die Zeit des Wartens muß man nach der Klugheit messen:

Gedult bekrönt das Glück. Die Ungedult allein

Die zweifelt ob sie nicht der Himmel gar vergessen.

Ein Kluger schifft gemach und kömt in Hafen nein.

Ich sag' ein Kluger weiß daß Zeiten Rosen bringen.

Er streut den Saamen aus; wenn erstlich Dornen stehn

So sincket nicht sein Muth es muß ihm doch gelingen

Daß Blumen wahrer Lust aus seiner Arbeit gehn.

So tauget auch kein Wohl daß allzu jung gebohren.

Ein gar geschwindes Glück scheint auf den Kauf gemacht.

Die Frühlings Kinder gehn so schön sie sind verlohren;

Nur zeigt der späte Herbst was auch im Winter lacht.

So ist des Fleißes Frucht des Geistes sein Bemühen.

Was aus der Klugheit sproßt daurt durch die Ewigkeit

Und muß so wie das Glück auf Ehren Stengeln blühen

Das Glück Hoch-Edler Herr so Ihn und uns erfreut.

Wer ist wohl in der Zahl der holden Pierinnen

Der Ludovicens Preiß und Wißenschafft nicht kennt?

Der da ihm sein Verdienst ein Ehren-Kleid will spinnen

Nicht deßen Würde rühmt und von Vergnügung brennt?

Wie trefflich daß der Schmuck Astræons Ihm muß laßen!

Gewiß als ob der Rock ihm schon vorlängst gebührt.

Der Tugend Diamant in ächtes Gold zufaßen

Wird von des Himmels Hand zu rechter Zeit vollführt.

Wer nur nicht müde wird zum besten sich zu wagen

Und sonder Lohn und Pracht der Pflicht die Gnüge thut

Muß Paimen der Gedult mit ihm Hoch-Edler tragen

Und schauet auf sein Glück mit Wohlvergnügten Muht.

Den Ehren-Stuhl besitzt sonst manch verletzt Gewißen;

Kein Adler ist es stets der sich zur höhe schwingt.

Der ist vielmehr aus Raub als andrer wohl beflißen

Der Böß' und ungelehrt sich zu dem Lehr-Amt dringt.

Was man ihm übergiebt erwarb zu vor die Tugend

Eh' er sich drum bewarb; diß lobt die kluge Welt

Diß bringt der Länder Wohl erbaut die Edle Jugend;

Diß hat sein Lehr-Amt längst auff guten Grund gestellt.

Wie er nun manches Buch aus bündig hat geschrieben

So deutlich angenehm als gründlich lehren kan;

Und nie was nützliches den Musen schuldig blieben;

Wie sich in seinem Mund ein Brunnen aufgethan

Woraus die Wißenschafft gleich Crystallinen fließet

Wo mit er theurer Mann die Castallinnen tränckt;

So kömt des Hofes Gunst die sich auf ihn ergießet

Und den verdienten Lohn Preißwehrter Tugend schenckt.

Ihr die ihr in dem Schooß Fridricianens sitzet

Wo die Gelehrsamkeit vor andern herrlich prangt

Und bey den Büchern nicht so viele Jahre schwitzet

Da unsrer Lehrer Fleiß euch bald den Zweck erlangt.

Ihr die ihr unterm Schutz des theuren Adlers Flügeln

Des Großen Friderichs vor andern seyd beglückt

Erhebt sein Königs-Lob biß zu der Sternen Hügeln

Und rühmet daß er heut euch gnädig angeblickt.

Wünscht diesem Salomon ein Nestor gleiches Leben:

Und bittet auch von Gott es wolle deßen Hand

Hoch-Edler ihm die Zahl der vielen Jahre geben

So Zahlreich als sein Ruhm in Teutschland ist bekandt.

Die Theuren Männer laß Gott im Seegen bleiben

Die auf dem Saal-Athen klug redlich und gelehrt;

Ja die der Weißheit Krafft im Lehr und Leben treiben

Daß wahre Tugend so den wahren Flor vermehrt.