Als zwey Verliebte durch den dritten ver- stöhret wurden.
Amariane die Geübte
Lag in dem weichen Feder-Grab
Als ihr
Vergnügte Lust zu kosten gab
Ach! sprach sie möcht’ ich so stets leben
Und mir mein Licht
Sie schloß ihn in die weichen Arme
Und druckte ihn an ihre Brust;
Sie sprach: wenn ich also erwarme
So wird mir solche Lust bewust
Die gegen alle Süssigkeiten
Kan um die Ober-Herrschafft streiten.
Hier hielt sie Augenblicklich innen
Die Zunge ließ das Reden seyn
Auch warff die Anmuht ihre Sinnen
In eine süsse Ohnmacht ein
Sie starb doch muste ihr das sterben
Die allersüßte Lust erwerben.
Sie lag und rührte nicht die Glieder
Nur daß der Athen hefftig ging
Doch kahm das Leben endlich wieder
Worauf sie an zu reden fing:
Ach süsser Tod! in welch’ Ergötzen
Kanst du doch meine Seele setzen.
Nichts kan auf diesem Rund der Erden
Das mit dir zu vergleichen sey
Durch keine Kunst erfunden werden;
Helari stimmte auch mit bey
Und sprach: Mein Kind ach dis Vergnügen
Kan alle ander Lust besiegen.
Kaum als die Worte ausgesprochen
Da sanck
Sie sprach: Jhr Augen seyd gebrochen
Wie! daß ich noch am Leben bin
Ach Tod komm! laß es doch geschehen
Daß ich mit ihm mag untergehen.
So gleich ersturben ihr die Geister
Die Zunge blieb erstarret stehn.
Die Ohmacht wurde von ihr Meister
Es war um alle Krafft geschehn.
Doch ihr Vergnügen zu vermehren
Must’ ihnen der Geist wiederkehren.
Sie küßten sich und lachten beyde
Als jemand in die Kammer kahm
Worauf zu ihrem grossem Leide
Gleich ihre Lust ein Ende nahm
In welcher man nach vielen Stunden
Sie hätte sonsten noch gefunden.