Alte hoffärtige weiber. * * v. L.

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Was nützt es daß ihr euch mit solchem fleiß und sorgen

Die dürren beine deckt bemahlt die gelbe haut

Die runtzeln machet glatt bespiegelt und beschaut

Nicht nur die halbe nacht auch noch den gantzen morgen?

Denckt ihr durch dieses lieb und gunst euch zu erwecken?

O eitles narrenwerck! haut bleibt haut bein bleibt bein.

Man kent was weiß was gelb was glatt was runtzeln seyn

Ein stock der bleibt ein stock ob ihn gold seide decken.

Man liebet altes geld nicht aber alte leiber;

Die welt die hasset euch ob ihr sie schon nicht hasst

Jhr machet ihr beschwerd wie sehr ihr sie umfast

Es ist kein ärger ding als alt- und stoltze weiber.