An Amarianen um ein Affections- Band.

By Johann Georg Gressel

Mein Schatz mein Engel-Kind mein eintziges Vergnügen

Erblicke deinen Knecht zu deinen Füssen liegen

Der da von deiner Hand ein kleines Band begehrt

Das alle Furcht vertreibt und seine Hoffnung nehrt.

Die Hoffnung die mich sonst aus leeren Schaalen speißte

Ob gleich ein holder Blick nach deinen Knecht verreißte

Weil du den Gnaden-Bund mit mir nicht auffgericht

Noch durch ein Zeichen mich zu deinem Dienst verpflicht.

Wie dort der Regen-Bog dem Noah Zeugniß gabe

Daß seine Gnaden-Zeit den größten Wachsthum habe

So mag ein Band bey mir das Gnaden-Zeichen seyn

Daß nach vergagner Nacht der heitre Sonnen-Schein

Mit dem Erquickungs-Strahl nach deinen Knechte zielet

Wodurch er neue Krafft in seiner Seelen fühlet.

Kein süsser Morgen-Thau so sehr das Feld erquickt

Als mich ein Gnaden-Band von deiner Hand beglückt.

Kein Balsam kan so bald das matte Hertz beleben

Als mir dein Bändgen wird ein neues Leben geben.

Ach neige doch dein Ohr zu deines Knechtes Flehn

Laß ihn nicht unbeschenckt von deinen Füssen gehn.

Verknüpffe durch ein Band dein Wollen und mein Hertze

So stillt sich meine Furcht so leget sich mein Schmertze

So liebe ich vergnügt so sage ich mit recht

Ich heisse Lebens lang