An Brunetten.

By Johann Georg Gressel

Soll ich meine Meynung sagen

Die mein Hertze von euch hegt

So verwerff ich mich zu retten

Von den angenehmen Ketten

Die ihr mir habt angelegt

Und wil sie beständig tragen.

Eur beliebtes Angesichte

So mit holden Lächeln spielt

Sucht mit unentwandten Blicken

Meine Freyheit zubestricken;

Wenn es blitzend auf mich zielt

Geht mein freyer Sinn zu nichte.

Wenn die anmuths-vollen Brüste

Sich bald auf bald nieder blähn

Muß in diesen schönen Wellen

Meiner Freyheit-Schiff zerschellen

Und darauf zu Grunde gehn;

Uberschwemmt durch so viel Lüste.

Kan ich aber in dem Haven

Wo die Liebe Hoffstadt hält

Ohne Schiffbruch ohne Stranden

Zwischen euren Hüfften landen

Und beschreitt ich diesen Belt

Mach ich mich zu eurem Schlaven.

Meine Seel ist nun eur eigen

Und mein Hertze hört euch zu

Weil ich aus so schönen Gründen

Können meinen Ancker winden.

Was ich mache was ich thu

Muß euch meine Ehr-Furcht zeigen.

Unvergleichliche

Dis ist meine Danckbarkeit

Ja ich wil zum Angedencken

Mich euch gantz zu eigen schencken.

Meine Dienste sind bereit

So am Tage als zu Bette.