An Chloris

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Written 1647-01-01 - 1647-01-01

Ist meine Chloris kranck so muß Orontes sterben.

Was dir beschwerlich ist greifft mich nicht minder an

Aus deinem ungemach quillt endlich mein verderben

Indem bey deiner pein ich nicht gesund seyn kan.

Soll ich o schönes licht! dich nicht nach wunsche schauen?

Vernehm' ich daß dein haupt mit schmertzen ist gekränckt

So muß ich mir ein hauß von lauter dornen bauen

Daran die traurigkeit ihr schwartzes zeichen hengt.

Ich will mich in den schooß der einsamkeit verschliessen

Und unmuth soll mein freund verdruß mein nachbar seyn

Ich will in angst vergehn in thränen gantz zufliessen

Ich suche finsterniß und keinen sonnenschein.

Doch schreibet Chloris mir: Mein haupt-weh ist vergangen

So zeigt der himmel mir den alten Uberfluß

Ich wünsche diesen tag nichts anders zu erlangen

Als meiner Chloris blick und ihren süssen kuß.