An das Graß, worauf Phillis geruht

By Nicolaus Götz

Written 1751-01-01 - 1751-01-01

Phillis, die die Tugend kennet,

Die selbst Amor Schwester nennet,

Hat, o junger Myrtenhain,

Welcher noch für Liebe brennet,

Mir, zu Lindrung meiner Pein,

Den Besuch in dir gegönnet.

Zeuge von der reinsten Glut,

Graß, wo mich ihr Aug' entzükte,

Als mich ihr Gespräch erquikte,

Sey, o sey der Unschuld gut.

Zartes Graß, steh, unverletzet,

Wieder auf, wo sie geruht.

Eine Kleinigkeit versetzet

Sonst die Eifersucht in Wuth!