An den betrogenen Mops.

By Johann Georg Gressel

Mops thu die Augen auf und laß die Narren-Possen

Du must doch immerfort sonst nichts als Wächter seyn

Du bist mit Haasen-Schrot bis auf den Tod geschossen

Clarinde, die betriegt dich mehr als ungemein.

Einjeder schickt dich aus du must von dannen weichen

Wenn ein verliebtes Schiff den Haven suchen will

Du stehest auf der Hut sie darf niemand beschleichen

Mein lege doch einst ab den ungeschliffnen Brill.

Sie nennt dich zwar mein Mann doch must du das entbehren

Was dir mit recht gehört weil du nicht gut genug

Mein laß dich doch nicht mehr von deiner Frau bethören

Du bist ein guter Mann doch aber nicht recht klug.

Mops thu die Fäuste auf und hege kein Erbarmen

Nimm einen Stock zur Hand und schlage auf dein Weib

Schau wie der Buhler kan auf ihrer Brust erwarmen

Was dir versprochen ist ist ihm ein Zeit-Vertreib.

Doch Nein! du wirst wol

Du bist gantz wohl vergnügt wenn du nur Suppen frißt

Dein Weib darf dich ins Buch der grossen Gilde schreiben

Wenn nur ein Doppelt-Marck dein Lohn der Wache ist.