An den General Stahrenberg, den Commendant en in Wien. Sonnet.
Held! den die Christenheit mit tausend palmen-zweigen,
Als einen Hunniad und Scanderbegg verehrt!
Daß Wien, das edle Wien! der Türcke nicht zustört:
Daß sich der Ister nicht darff vor dem Bosphor neigen:
Und daß die sonne noch kan ihre strahlen zeigen:
Das dauckt man dir, o Held! der du die welt gelehrt,
Was witz und tugend kan; die ihren ruhm vermehrt,
Wenn ihr die fluten schon bis an die lippen steigen.
Jtzt muß der tolle schwarm geschimpfft zurücke gehn,
Und seines monden schein mit blut verdüstert sehn:
Er muß vor Christi creutz aus furcht die fahne sencken,
Und wird mit höchstem schmertz an dich und Wien gedencken.
Doch gieb es willig nach, o tapffrer Stahrenberg!
Es ist nicht dein allein, es ist des Höchsten werck.