An den General Stahrenberg, den Commendant en in Wien. Sonnet.

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Held! den die Christenheit mit tausend palmen-zweigen,

Als einen Hunniad und Scanderbegg verehrt!

Daß Wien, das edle Wien! der Türcke nicht zustört:

Daß sich der Ister nicht darff vor dem Bosphor neigen:

Und daß die sonne noch kan ihre strahlen zeigen:

Das dauckt man dir, o Held! der du die welt gelehrt,

Was witz und tugend kan; die ihren ruhm vermehrt,

Wenn ihr die fluten schon bis an die lippen steigen.

Jtzt muß der tolle schwarm geschimpfft zurücke gehn,

Und seines monden schein mit blut verdüstert sehn:

Er muß vor Christi creutz aus furcht die fahne sencken,

Und wird mit höchstem schmertz an dich und Wien gedencken.

Doch gieb es willig nach, o tapffrer Stahrenberg!

Es ist nicht dein allein, es ist des Höchsten werck.