An den Schatten des Numan.
Numan, dein gedenkt das Herz,
Nimmer werde dein vergessen!
Oft noch soll der herbe Schmerz
Mir um dich die Wange nässen.
Lange noch sey dir mein Leid,
Lange noch mein Lied geweiht.
Du, den in der grausen Noth
Mir der Gott zum Retter sandte;
Du, der von mir herben Tod,
Und noch herbre Schande wandte;
Den der Thaten Edelste
Ach sein Herzblut kostete. . . .
Dunkles Schicksal, ach warum
Musste so mein Numan enden?
Giovanni, ach warum
Musstest du den Freund vollenden? . . .
Doch das Schicksal, ernst und stumm,
Achtet störrig kein Warum! . . .
Numan, dein entseelter Staub
Liegt im Schooss des Meers, und modert . . .
Oder ward vielleicht der Raub
Düstre Fluth dir abgefodert?
Hat vielleicht am öden Strand
Ihn verscharrt des Fremdlings Hand?
Nun getrost! dein bessrer Theil,
Numan, bleibet unverlohren.
Ward nicht Christus, Aller Heil,
Numan, auch für dich gebohren?
Dennoch sollte, rein und schön,
Numans Seele untergehn?
Numan, nein, war fromm und gut.
Nein, auch Numan ward getaufet,
Ward durch Wasser und durch Blut
Vom Verderben losgekaufet.
Numan, Numan auch für die
Starb, der mich erlöste, mich!
Einstens, wenn die Wage klingt,
Wenn der ernste Richter richtet;
Wenn die Rache blitzbeschwingt,
Die verruchte Schaar vernichtet;
Wenn die Gnade, blutversöhnt,
Mich und Giovanni krönt;
Giovanni dann und ich
Fassen Numan in der Mitten,
Und der Richter neiget sich
Huldreich zu der Sünder Bitten.
Ja der Richter wird versöhnt,
Und auch Numan wird gekrönt.
Dann mit Numan Arm in Arm
Wird mein Giovanni wallen.
Aller Hader, aller Harm
Endet sich in Wohlgefallen.
Froh wird dann Bianca stehn,
Froh die Freunde wandeln sehn.