An die artige Demoiselle W ---- im Nah- men des Duremonds.
Ein Blatt voll Schaam und Furcht wirfft sich zu euren
Füssen
Es scheut sich daß es soll die Hände rühren an
Die als der Unschuld Bild von keiner Falschheit wissen
Ach! daß ich mich des Ruhms nicht würdig schätzen kan.
Zürnt nicht
So euch mein falscher Mund mit Lieblichkeit versprach
Jhr seyd schon meine Lust genug an mich gerochen
Es brauchts nicht daß ihr mehr besinnet euch auf Rach’.
Mein gütiges Geschick mein blühendes Gelücke
Verehrte eure Gunst mir als ein Eigenthum
So bald ich euch ersah’ und eure holde Blicke
Da war mein freyer Sinn um seine Freyheit um.
Ich starrete vor Lust ich fing euch an zu lieben
Und ihr erregetet ein Feur in meiner Brust
Allein die Linderung war nicht zu weit geblieben
Ein heisser
Ich kunte euch mein Schatz da sehen und auch sprechen
Und unser Liebe-Grund ward bey dem
Eur vordem hartes Hertz das fing da an zu brechen
Jhr wurdet so wie ich durch gleichen Trieb bewegt.
Noch ferner bauten wir das Wohn-Haus unser Liebe
Als man durch Speiß und Tranck den matten Leib erhielt
Bald war eur Antlitz klahr bald wurd es wieder trübe
Von euren Augen wurd ein steter Blitz gespielt.
Da fing nun jedes Hertz an gegen euch zu brennen
Die gantze
Einjeder mühte sich euch zu gefallen können
Und nach dem Essen ward so manche Lust erdacht.
Man sang man spielete vermischt mit einem Tantzen
Da wurde ich von euch zu euren Mann erklährt
Und drauf begunten wir den Lebens-Baum zu pflantzen
Eur Hertze wurde mir und meines euch verehrt.
Darnach so machten wir versüßte Kalte-Schaalen
Erdbeeren Zucker Wein genossen wir darinn
Jhr waret gantz vergnügt mit solchen Liebes-Mahlen
Es zeigte Lustbarkeiteur angenehmer Sinn
Wie diese war verzehrt da fing man an zu trincken
Den heissen
Und als die Sonne schon am Himmel fing zu blincken
Da ward der matte Leib zur Ruhe erst gebracht.
Als nun der süsse Schlaff die Augen-Burg verlassen
Da ging die Lustbarkeit von neuen wieder an
Man schenckte siedentheis den
Und die Gesundheit war: Es leb die
So bald wir nun hinweg vom Tisch und Tafel waren
So war schon neue Lust im Uberfluß erdacht
Es kahm ein Wage an darinnen auszufahren
Wie die Abrede man schon unter uns gemacht
Hin nach dem nächsten Dorff so vor der Stadt gelegen.
Als nun die Kurtzweil da wie wir gewolt war aus
Da liessen nach der Stadt wir wieder uns bewegen
Da blieben wir vorm Thor in einem Schencke-Haus.
Da mustet ihr die Nacht hin mit dem Tantzen bringen
Kein Schlaff der kahm uns nicht wir waren lustig da
Bis daß der Vögel-Schaar anzeigte durch ihr Singen
Daß allbereits der Tag und güldne Sonne nah.
Hier solt’ ich als ein Mann euch nun Geleite geben
Da eure Reise fort und zu den Freunden ging;
Allein es kahm damahls mir eine Reise eben
Daran der
Drum koñte ich mein Wort mein Schatz und Kind nicht halten
Verzeihet eurem Mann was er mein Licht versehn;
Und so ihr zornig seyd so laßt ihn leicht veralten
Sonst muß ich vor der Lust in schwartzen Trauren gehn.
Mein Hertze lebt in euch ich bin mit euch verbunden
Eur süsses Hertze fließt alltäglich durch mein Hertz
Wenn ihr nun böse seyd schlagt ihr euch selber Wunden
Doch was? ihr zürnet nicht ihr treibt nur Spaaß und
Schertz.