An die artige Demoiselle W ---- im Nah- men des Duremonds.

By Johann Georg Gressel

Ein Blatt voll Schaam und Furcht wirfft sich zu euren

Füssen

Es scheut sich daß es soll die Hände rühren an

Die als der Unschuld Bild von keiner Falschheit wissen

Ach! daß ich mich des Ruhms nicht würdig schätzen kan.

Zürnt nicht

So euch mein falscher Mund mit Lieblichkeit versprach

Jhr seyd schon meine Lust genug an mich gerochen

Es brauchts nicht daß ihr mehr besinnet euch auf Rach’.

Mein gütiges Geschick mein blühendes Gelücke

Verehrte eure Gunst mir als ein Eigenthum

So bald ich euch ersah’ und eure holde Blicke

Da war mein freyer Sinn um seine Freyheit um.

Ich starrete vor Lust ich fing euch an zu lieben

Und ihr erregetet ein Feur in meiner Brust

Allein die Linderung war nicht zu weit geblieben

Ein heisser

Ich kunte euch mein Schatz da sehen und auch sprechen

Und unser Liebe-Grund ward bey dem

Eur vordem hartes Hertz das fing da an zu brechen

Jhr wurdet so wie ich durch gleichen Trieb bewegt.

Noch ferner bauten wir das Wohn-Haus unser Liebe

Als man durch Speiß und Tranck den matten Leib erhielt

Bald war eur Antlitz klahr bald wurd es wieder trübe

Von euren Augen wurd ein steter Blitz gespielt.

Da fing nun jedes Hertz an gegen euch zu brennen

Die gantze

Einjeder mühte sich euch zu gefallen können

Und nach dem Essen ward so manche Lust erdacht.

Man sang man spielete vermischt mit einem Tantzen

Da wurde ich von euch zu euren Mann erklährt

Und drauf begunten wir den Lebens-Baum zu pflantzen

Eur Hertze wurde mir und meines euch verehrt.

Darnach so machten wir versüßte Kalte-Schaalen

Erdbeeren Zucker Wein genossen wir darinn

Jhr waret gantz vergnügt mit solchen Liebes-Mahlen

Es zeigte Lustbarkeiteur angenehmer Sinn

Wie diese war verzehrt da fing man an zu trincken

Den heissen

Und als die Sonne schon am Himmel fing zu blincken

Da ward der matte Leib zur Ruhe erst gebracht.

Als nun der süsse Schlaff die Augen-Burg verlassen

Da ging die Lustbarkeit von neuen wieder an

Man schenckte siedentheis den

Und die Gesundheit war: Es leb die

So bald wir nun hinweg vom Tisch und Tafel waren

So war schon neue Lust im Uberfluß erdacht

Es kahm ein Wage an darinnen auszufahren

Wie die Abrede man schon unter uns gemacht

Hin nach dem nächsten Dorff so vor der Stadt gelegen.

Als nun die Kurtzweil da wie wir gewolt war aus

Da liessen nach der Stadt wir wieder uns bewegen

Da blieben wir vorm Thor in einem Schencke-Haus.

Da mustet ihr die Nacht hin mit dem Tantzen bringen

Kein Schlaff der kahm uns nicht wir waren lustig da

Bis daß der Vögel-Schaar anzeigte durch ihr Singen

Daß allbereits der Tag und güldne Sonne nah.

Hier solt’ ich als ein Mann euch nun Geleite geben

Da eure Reise fort und zu den Freunden ging;

Allein es kahm damahls mir eine Reise eben

Daran der

Drum koñte ich mein Wort mein Schatz und Kind nicht halten

Verzeihet eurem Mann was er mein Licht versehn;

Und so ihr zornig seyd so laßt ihn leicht veralten

Sonst muß ich vor der Lust in schwartzen Trauren gehn.

Mein Hertze lebt in euch ich bin mit euch verbunden

Eur süsses Hertze fließt alltäglich durch mein Hertz

Wenn ihr nun böse seyd schlagt ihr euch selber Wunden

Doch was? ihr zürnet nicht ihr treibt nur Spaaß und

Schertz.