An die falsche Celinde.

By Johann Georg Gressel

Celinde fahr nur hin ich mag dich nicht mehr lieben

Mich soll dein Wanckelmuth hinführo nicht betrüben

Du ziehst mich nicht mehr auf ich kenne dich nun wol.

Und weiß wie ich den Reitz der Augen fliehen soll.

Ich speißte mich vor dem mit lieblichen Gedancken

Und glaubte deine Treu die würde niemahls wancken.

Nun aber kenn’ ich dich du läst auch andre ein

Du führst mich hinters Licht und gibst mir falschen Schein.

Ich sage nun

Ich frage nichts darnach allein ich will dir fehlen

Der Mädgens sind genug sie wachsen alle Jahr

Und biehten sich wol selbst an einem Freyer dar.

Wir leben nun getrennt und sind also geschieden

Ich lasse dich und du mich auch hinfort zu frieden.

Das Mädgen so mich will bey sich im Bette sehn

Das muß mit jedermann nicht in Bekanntschafft stehn.