An die Frau Dauling in Landeshutt

By Johann Christian Günther

Written 1709-01-01 - 1709-01-01

Die Noth verschlägt mich weit von hier;

Dein großmuthvolles Angedencken

Soll meinem Fleiße Ruhmbegier

Und meinem Glücke Kräfte schencken.

Ich hab es freylich grob versehn,

Und dir ist ziemlich weh geschehn,

Ach glaube, daß ich's selber fühle;

Doch weil ich jezt nicht anders kan,

So warthe nur und dencke dran:

Der Himmel hat die Hand im Spiele.

Wer weis, wie bald ich deiner Treu

Ein redlich Widergelt gewähre!

Leg alles in Versöhnung bey,

Wir schifen auf dem wilden Meere.

Der . . . . . den du um dich hast

Und der dich mit viel Angst umfast,

Wird endlich auch den Lohn empfangen;

Du aber wirst noch mit der Zeit

Nach deiner Jugend Kampf und Streit

Ein Alter größrer Lust erlangen.