An die Günstigen

By Johann Wolfgang Goethe

Written 1799-01-01 - 1799-01-01

Dichter lieben nicht zu schweigen,

Wollen sich der Menge zeigen.

Lob und Tadel muß ja sein!

Niemand beichtet gern in Prosa;

Doch vertraun wir oft sub rosa

In der Musen stillem Hain.

Was ich irrte, was ich strebte,

Was ich litt und was ich lebte,

Sind hier Blumen nur im Strauß;

Und das Alter wie die Jugend,

Und der Fehler wie die Tugend

Nimmt sich gut in Liedern aus.