An die Heimat

By Theodor Däubler

Written 1900-01-01 - 1900-01-01

Geliebte Heimat, bleiches Bild im Winde,

Olivenhain in der Zypressen Hut,

Beseeltes Meer, so voll Bestürmungsglut,

Betrau mit Wohllaut mich – zum Angebinde,

Dem eingehändigten dir, fremden Kinde!

Du sinnst wie eine Mutter, leuchtend, gut;

Italia, dirzu strahlt der Stern im Blut,

Sein Hoffen blickt dich an, so bleib gelinde!

Zu hoher Sonne sprossen meine Triebe.

Gesund im Süden, steh ich stark an Wuchs:

Blieb Süße auch Besinnung bloß an Liebe!

Gelänge mir, als Zier des Krönungsschmucks,

Der hell auf deinen schwarzen Flechten ruht,

Ein Lied, voll Funkelglut, durch dunklen Mut!