An die Nacht.
Written 1693-01-01 - 1693-01-01
Komm schwartze Nacht du stille Finsterniß
Umhülle mich mit deinem braunen Schatten
Du blasser Mond zeig mir mein güldnes Vließ
Laß ungestöhrt mich mit Sorellen gatten.
Ihr Sternen zündt die hellen Fackeln an
Daß ich den Port der Wollust finden kan.
Mein Geist verlangt den Haven bald zu sehn
Den Alabaster und Corallen zieren;
Die Enge wo nur kan ein Schifflein gehn
Soll ihn ins Land der süßten Lüste führen
Der Pharos soll die weisse Brust ihm seyn
So fähret er vergnügt zum Haven ein.
Wie winckt mein Licht nicht albereits von fern
Und rufft mir zu im Seegeln fort zu eilen
Ja! nun wohlan! ich folge diesem Stern
Der Tag will auch nicht länger mehr verweilen
Die Sonne sucht im Meere ihre Ruh
Und ich ich eile nach Sorellen zu.
Ich fühle schon die Liljen weiche Hand
Ich seh die Brust mit Wollust-Rosen spielen
Und ferner fort das angenehme Land
Das meine Brunst ist willig abzukühlen.
Das was mein Schiff nun eingeladen hat
Das bleibet dir Sorelle vor die That.