An die Nacht.

By Johann Georg Gressel

Written 1693-01-01 - 1693-01-01

Komm schwartze Nacht du stille Finsterniß

Umhülle mich mit deinem braunen Schatten

Du blasser Mond zeig mir mein güldnes Vließ

Laß ungestöhrt mich mit Sorellen gatten.

Ihr Sternen zündt die hellen Fackeln an

Daß ich den Port der Wollust finden kan.

Mein Geist verlangt den Haven bald zu sehn

Den Alabaster und Corallen zieren;

Die Enge wo nur kan ein Schifflein gehn

Soll ihn ins Land der süßten Lüste führen

Der Pharos soll die weisse Brust ihm seyn

So fähret er vergnügt zum Haven ein.

Wie winckt mein Licht nicht albereits von fern

Und rufft mir zu im Seegeln fort zu eilen

Ja! nun wohlan! ich folge diesem Stern

Der Tag will auch nicht länger mehr verweilen

Die Sonne sucht im Meere ihre Ruh

Und ich ich eile nach Sorellen zu.

Ich fühle schon die Liljen weiche Hand

Ich seh die Brust mit Wollust-Rosen spielen

Und ferner fort das angenehme Land

Das meine Brunst ist willig abzukühlen.

Das was mein Schiff nun eingeladen hat

Das bleibet dir Sorelle vor die That.