An die Nachtigall.

By Ludwig Christoph Heinrich Hölty

Tonreichen Schall

Vom Blütenast des Apfelbaums hernieder,

O Nachtigall.

Du tönest mir mit deiner süssen Kehle

Die Liebe wach;

Denn schon durchbebt die Tiefen meiner Seele

Dein schmelzend Ach.

Dann flieht der Schlaf von neuem dieses Lager,

Ich starre dann,

Mit nassem Blick, und todtenbleich und hager,

Den Himmel an.

Fleuch, Nachtigall, in grüne Finsternisse,

Ins Haingesträuch,

Und spend' im Nest der treuen Gattin Küsse;

Entfleuch, entfleuch!