An die unerbittliche Dorimene.

By Johann Georg Gressel

Will Dorimene nicht dein harter Sinn erweichen?

Und gibst du keinen Blick zu einem Gnaden-Zeichen?

Muß stets dein Augen-Licht ein Zorn

Schau deine Grausamkeit benimmt ihm Glantz und Schein!

Wohnt in dem schönen Leib so eine schwartze Seele?

Verwirfft dein Paradies in solche Kummer-Höle?

Lacht dein verliebt Gesicht mir zum Verderben an!

Ja! der beliebte Weg führt auf die Todes-Bahn.

Ist die Erbarmniß denn so gar aus dir verbannet

Daß deine Freundlichkeit der Stoltz stets übermannet?

Mitleiden zieht bey dir das trotze Seegel ein

Du wilt ergrimmeter als Löw und Tyger seyn

Mich soll dein lachend Aug mit Lust zu Grabe leuchten

Du wilt den glimmen Tocht vor Oel mit Wasser feuchten

Du reichst vor Msndeln-Milch mir Pilsen-Säffte dar

Und deine Freundlichkeit bereitet mir die Bahr.

Du machst dich groß damit die Menschen zu ertödten

Und rühmst die Tyranney ohn eintziges Erröhten

Der Stahl und Kieselstein hegt mehr Empfindlichkeit

Als du der die Natur sonst alles eingeweiht.

Mit Schönheit ist dein Leib gar prächtig ausgezieret

Nur schade! daß der Leib ein solches Hertze führet

Dem Demant und

Das bloß zur Quaal und Pein mit Anmuth an sich zeucht.

Der

Das Hertze aber will sich nicht mit ihm verbrüdern

Der

Der Diamant zerspringt wenn Bockes-Blut ihn täufft.

Du aber bleibest hart bey meinem Tod und Sterben

Du siehst mit Freuden an mein klägliches Verderben

Mein Leben fällt dahin wie eine

Wenn ich den harten Sinn nicht bald erreichen kan.

So höre doch nun auf mein kranckes Hertz zu plagen

Was nützt es deiner Brust? was hilfft dir mein Verzagen?

Wenn du mitleidig bist so bist du doppelt schön

Sonst bist du als ein Bild von Ertze anzusehn.