An die vollkommenheit seiner Solime.

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Die schönheit welche dir aus allen gliedern blickt

Der hals dem helffenbein und alabaster weichen

Der mund vor welchen selbst der purpur will erbleichen

Die augen deren blitz fast alle welt entzückt

Und deren keusche glut die hertzen fest verstrickt

Die stirne die den glantz der perlen kan erreichen

Die wangen welchen nie kein silber zu vergleichen

In denen lieb und huld ihr bildniß eingedrückt;

Die wohlgestalte läng das anmuths-volle wesen

Die attlas-weiche hand die schnee zuschanden macht

Der haare kostbarkeit und über irrd’sche pracht

Und was du sonsten mehr zu deinem schmuck erlesen

Macht daß man dich verehrt vor andern weit und breit

Ein fehler bleibt dir nur der ist die grausamkeit.