[An diesem wilden Ort/ auff dieser rauhen Spitze]

By Hans Aßmann von Abschatz

Written 1672-01-01 - 1672-01-01

An diesem wilden Ort auff dieser rauhen Spitze

Wo stille Lufft wo Sonn und Sommer Gäste seyn

Wo ich für Frost halb todt bey lauher Asche sitze

Begeh ich doch mit Lust des werthen Tages Schein.

Ein Lied ein schlechter Reim soll meine Nimphe binden:

Geschenke die ihr werth sind um kein Geld zu finden.

Verzeihe mir im Fall nicht gutte Reimen flüssen

Ein grobes Holtz vertritt der zarten Feder Amt

Der Schnee ist mein Papir doch zeuget mein Gewissen

Daß dieser kurtze Wunsch aus reinem Hertzen stammt.

Des Himmels Gunst laß ihn im Winter auch bekleiben

Und einen gutten Wind zu deiner Wohnung treiben!

Es müsse so viel Lust dein edles Hertz erfreuen

Als mein Gemütte Schmertz und Trauren in sich hegt!

Es müsse so viel Glück und Wohlfart dich beschneyen

Als dieser hohe Berg gefrorne Tropffen trägt.

Es kan dir nimmermehr so wohl und glücklich gehen

Daß mein getreuer Wunsch dabey wird stille stehen.