An Doretten. C. E.

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Ich brenn in einer stummen glut

Und opffre leben geist und blut

Dorette deinen wunder-flammen;

Mein feuer quillt aus deinem brand

Es nimt im hertzen überhand

Und du wilt meine glut verdammen?

Betrachte doch dein heisses licht

Das aus so süssen augen bricht

Und lerne deine macht erkennen.

Mein hertz ist nicht von stahl und stein

Es muß bey dir empfindlich seyn

Und wider deinen willen brennen.

Nicht tadle denn die reine glut

Die dir ja keinen schaden thut

Und doch aus deiner krafft entspringet.

Ich bin vergnügt bey meiner noth

Und liebe gar den süssen todt

Der mich durch dich zum sterben zwinget.