An ein keusches Frauen-Zimmer.

By Johann Georg Gressel

Was soll mein schwacher Kiel hier vor ein Opffer bringen

Allwo die Schmeichelung nicht darf zu finden seyn?

Wo nicht die Lustbarkeit darf aus der Feder dringen

Auch nicht die matte Hand darf

Ich muß ein reines Blatt vor ihre Füsse legen

Das kein

Die Zeilen dürffen nicht verdeckte Gallen hegen

Als die von ferne flieht ihr tugendhaffter Geist.

Derhalben lieffer ich nur diese schlechte Riegen

Und zahle meine Schuld mit blossen Worten ab

Mein Unvermögen läßt von mir nichts bessers kriegen

Weil ich den

Ich bin auf dem

Auf

So hat auch

Durch angebohrnen Witz und Zierde nicht geätzt.

Ich bringe meine Pflicht nicht in geschminckten Worten

Nicht unter Prahlerey der schnöden Eitelkeit

Ich tiesche schwartzes Brodt nicht angemachte Torten

Von Wind und Wasser auf die wol ein ander weyht.

Ein ander prange sehr mit grossen

Und mit getünchter Pracht der falschen Gleißnerey

Er mache sich berühmt mit seines Maules-Renten

So zeigt sich doch zuletzt daß er ein Lügner sey.

Kan ich nicht Adlern gleich bis an die Wolcken tragen

Jhr zugehörigs Lob und muß ich niedrig gehn

So will ich Schwalben gleich es durch die Gassen jagen

Denn wird die

Fehlt hier

Wird nicht ein

Der seines Nahmens Ruhm bis an die Wolcken schwunge

Führt mich ein

Singt nicht ein kluger Schwaan hier seine Wunder-Lieder

So wird ihr doch die Ganß nicht gar entgegen seyn.

Es trotzt ein Stammler auch bey ihren Gunst-Gefieder

Bey ihr muß

Doch endlich auch einmahl beym End Zweck anzulangen

So ziert den schönen Leib auch ein beliebter Geist

Und der

Den

Die Augen blitzen Gluht die Wangen zeugen Rosen

Darinnen zarte Milch nett untermischet ist

Die Adern quillen auf und gleichen den Turckosen

Die ihre Glieder-Schnee in höchster Anmuth küßt.

Dis hat ein treuer Knecht in Eile aufgesetzet

Und mit gezwungner Macht den stumpffen Kiel beseelt

Daß er sich doch mit Müh in

Und diese schlechte Schrifft mit dem Papier vermählt.