An eine Grausahme.
Sie tödtet mich mein Licht mein Schatz mein süsses Leben
Sie machet daß ich auf den matten Geist muß geben
Der Augen heisser Blitz
Das krůfftige Geschütz
Setzt mein verliebtes Hertz in solche Feuer-Gluhten
Die niemand löschen mag mit allen Wasser-Fluhten.
Es gehet Fleiß und Schweiß vergebens in den Wind
So lange bis man sie auch bey der Rettung findt.
Sie machet meinen Brand und will mich doch nicht retten
Sie denckt zu grössern Schmertz mich in die Höll zu betten.
Sie häuffet Feur auf Feur
Als dort das Ungeheur
Mit welchem
Doch dieser kunte noch desselben Flammen dämpffen
Er trug den Sieg davon ich aber stege nicht
Mein Kämpffen hat noch nichts o Himmel ausgericht.
Ich mühe mich umsonst ihr Hertze zubesiegen
Mein Unternehmen kan ich nicht zum Ende kriegen.
Mein Streiten stellet mir
Die Danaiden für.
Denn so wie diese nur in steter Arbeit schweben
Und in dem Siebe nicht das schwere Wasser heben
So schlägt bey ihrer Brust auch mein Beginnen an
Ich habe viel und doch noch nichtes nicht gethan.
Die Geister sind schon halb aus meiner Brust verlohren
Jhr Hertz’ hat sich so gar auf meinen Fall verschworen.
Die Ohren sind verstopfft
So das vergebens klopfft
Bey ihrem Hertzen an mitleydiges Erbarmen
Sie stellt sich taub und hart vor einen krancken Armen
Jhr Hertz verkehret sich in Stahl und Marmor-Stein
Und will o Ungelück! mir unbeweglich seyn.
Ach Unbeweglichste! ihr Hart-seyn läßt mich sterben
Jhr weigern lässet mich doch viel zu früh verderben.
Der Geist begehrt die Lufft
Der Leib verlangt die Grufft.
Doch
Die
Und zeiget daß sie mehr als diese grausahm ist
Da sonst die Grausamkeit sich mit der
So muß ich nun also in steten Sterben leben
Und lebend allezeit den matten Geist auffgeben
Ich lebe und bin todt
Halb Wohl und halb in Noht.
In Noht wenn ich mich muß mit ihren Streuben quählen
Und Wohl dieweil ich weiß daß sie mich wird entseelen.
So liege ich im Grab’ und bin auch in der Welt
Der Himmel weis wie schwehr mir dieser Jammer fällt.