An eine unerbittliche Schöne.

By Johann Georg Gressel

Du Sonne meines Lebens

Bestrahle mein Hertz;

Und laß mich nicht vergebens

Beseuffzen den Schmertz.

Verkehre mein Klagen

Mein Seuffzen und Zagen

In lieblichen Schertz.

Was nützet dir mein Quählen?

Was hilfft dir meine Pein?

Hör auf mich zu entseelen

Durch tödtenden Schein.

Ach laß mich die Sinnen

Mein Engel gewinnen

Die Felsen hart seyn.

Das Eysen muß erliegen

In Flammen und Gluth

Der Demant läst sich biegen

Durch stinckendes Blut

Ich aber mein Leben

Muß Blut und Feur geben

Doch wird es nicht gut.

Ach ändere doch Schöne

Den steinernen Sinn

Und spanne mir die Sehne

So ferne nicht hin.

Erfüll mein Verlangen

Und schenck mir die Wangen

Zum Liebes-Gewinn.