An eine zornige Schöne.
Zornige ich falle nieder
Blicke mich halb Todten an
Ach kehr doch ach kehre wieder!
Daß ich Athen hohlen kan.
Laß mich deine schönen Wangen
So umfangen
Als mein Mund vordem gethan.
Zornige ich falle nieder
Blicke mich halb Todten an.
Läst sich doch
Ein harter Fels erweichen;
Das Feur kan Stahl und Eisen zwingen
Ein Demant muß in Blut zerspringen
Wie! wilt du dennoch
Härter seyn?
Bist du noch mehr als Stahl und Stein?
Und soll nichts deinem Hertzen gleichen?
Laß ab mich ferner so zu quählen
Und gönne daß ich nach den Finsternissen
Die mich hißhero foltern müssen
Kan vergnügte Blicke zählen.
Soll aber ich nicht
Meinen Wunsch erfüllet sehn?
So laß mir nur ein kleines Licht
Der Hoffnung auffgehn
Daß mir wenn ich gnug geplagt
Dieser Trost ist unversagt.
Auch die Hertzen müssen brechen
Welche mehr den Stählern sind:
Endlich werden durch die Liebe
Eben solche heisse Triebe
Auch in ihnen angezündt;
Daß sie gantz entflammet sprechen
Auch die Hertzen müssen brechen
Welche mehr den Stählern sind.
Ich hoffe nun ein gut Gelücke
Sey mir bey dir noch vorgespaart;
Krieg ich jetzo dunckle Blicke
Will dein Auge trübe seyn
Und mit
Wohlan! laß es donnern laß es wittern;
Ich bin getreu
Will schon der Grund der Erden sich erschüttern
So bleib ich doch dabey
Mein Hertze schlägt nicht aus der Art
Und will dein eigen seyn.
Der Himmel kan nicht ewig stürmen
Die Sonne bricht doch endlich an
Dein Hertz wird auch nicht immer hassen
Und mich so gar verderben lassen
Weil ich dir eintzig zugethan
Der Himmel kan nicht ewig stürmen
Die Sonne bricht doch wieder an.