An Hanß Lächeln.

By Heinrich Mühlpfort

Als Cäsar in sein Rom siegprangend eingezogen

Rüff das erfreute Volck mit voller Stimm Glück zu!

Der Käyser leb in Fried der Römsche Staat in Ruh

Es streute Blumen aus und baut’ ihm Ehrenbogen.

So oft nun dieser Tag im Jahrbuch wieder kam

So sahe man wie Rom in neuen Freuden glam.

Wir obzwar Lächel nicht der Weise der Verschmitzte

Den hohen Königs-Stab in seiner Hand geführt

Bekennen daß viel mehr sein Leben ward geziert

Wenn er sich in dem Feld auf den Schwein-Zepter stützte

Und weil der Thaten Ruhm sich nicht verschweigen läst

So bricht er jetzt heraus bey seinem Namens-Fest.

Wir thun was Rom gethan in gleichen Andachts-Flammen

Und wünschen nur im Geist die Grittle noch zu sehn

Wie er als seiner Braut must hertzbeweglich flehn

Daß sie die gantze Heerd der Schweine rüff zusammen.

Was kan nicht kluger Witz? Wenn andern was gefehlt

So hat doch herr Johanns sein Vieh stets voll gezehlt.

Die Jugend ließ sich so in solchen Räncken spüren

Und wiese daß diß Holtz ein Götze würde seyn.

Die Thaten traffen auch noch über Hoffen ein.

Er wust’ als

Ja durch den Zippel-Peltz guckt schon ein Amptmann rauß

Und Bärndorff ward vergnügt da

Sein ehrbegierig Geist blieb nicht beym Ofen sitzen.

Er wuste daß der Weg der Tugend rauh und hart

Daß so ein feiges Blut und weiche Zärtlings-Art

Mit grossen Diensten nicht den Menschen könte nützen.

Er gieng den Adlern gleich in freye Lufft und Land

Und macht in dem Gebürg als Ritter sich bekandt.

Das Glück erstarrte selbst ob solchen Helden Proben

Und dachte

Es gab ihm Donnerblick und änderte den Schein.

Kurtz

Als Hunger ihn geplagt und heisser Durst gequält

Ja da ihm auch Taback sein Himmelbrod gefehlt;

Biß endlich Glück und Zeit ihn wiederumb begnadet.

Er stieg wie eine Flamm vom Abgrund in die Höh;

Hat jemand sich verknüpfft durchs Band der keuschen Eh

So spricht man

Und seinem Marschalcks-Ampt ein voll Genügen thut

Der Stab prangt in der Hand die Bänder auf dem Hut.

Als Ferdinand der Viert’ ins Käyserthum getretten

Und mit Panqueten sich auch Schlesien erfreut

Wieß

Er umb die Marschalcks-Würd hoch eifrig ward gebeten.

Nur daß wie ins gemein die Ehr ihn nicht verrenckt

Sein Sinn wird feuriger daß er auf Kunst noch denckt.

Er hört die Bergleut an von vielen Wissenschafften

Wie daß seit Noens Zeit das Einhorn nicht mehr sey.

Die Erde pflichte selbst der dürren Warheit bey

Weil noch das gröste Stück soll in den Bergen hafften

Viel länger als der Thurn den Babel je gebaut

Und den man irgends sonst verwundernde beschaut.

Er konte nun mit Recht der Künste Meister heissen;

Nur weil das Rechen fehlt so setzt er weiter an

Denckt wie man die Gefäll im Bier beschneiden kan

Läßt ihm nicht aus dem Maul den guten Bissen reissen.

Er zieht den Haußtrunck ab zwölff Achtel mit darbey

Wer sagt daß

Sein Sinn kan niemals ruhn wie nie die Sonne stehet

Er geht in Helicon und lernt der Redner macht

Der Kopff der ist geschickt und eh man es gedacht

Triffts daß er bey der Leich als Trauer-Redner gehet

Klagt des Trompeters Tod erklärt die Sterblichkeit

Und daß die Menschen sind ein Gauckelspiel der Zeit.

So hat

Der Cicero brach nie in solchen Donner loß.

Hierdurch wuchs

Daß ietzt der Pindus sich auff seine Schultern stützet

Und diesen göldnen Mund ein jeder gerne hört

Bevor wenn er so klug vom Frauenzimmer lehrt.

Es schweige Seneca und Plato müsse weichen

Des Brandteweins Natur hat keiner so gewust

Er weiß was eigendlich dient der Beträngten Brust

Und kan den Aquavit aufs köstlichste raus streichen

So daß man ihn mit Recht der Weisheit Schirm doch

Und vor den Socrates in unserm Land erkennt. (nennt

Kan auch ein Federkiel jetzt seinen Stand beschreiben

Wenn Ungarn ihm den Wein aus vollem Kruge schenckt;

Wenn er sein Helden-Schwerdt dort an den Nagel henckt

Und kan mit Rauch und Schmauch die lange Zeit vertreiben?

Wenn jetzt das Kartenspiel ihm viel Ducaten bringt

Wenn

Mag auch wol sein Gelück noch einen Zusatz leiden:

Nein die Vollkommenheit die stellt sich selbsten dar

Wir wünschen weiter nichts als daß er lange Jahr.

Entnommen aller Angst leb in verlangten Freuden

Und offt wie nechst geschehn so edle Reden hält

Daß den

Er müsse diesen Tag den Niel der Gläser trincken

Weil der Verdienste Preiß ihn längst unsterblich macht.

Er finde Lust am Tag und Liebe bey der Nacht

Biß daß in tieffen Schlaff die müden Augen sincken.

Mehr Worte sind zu viel deñ

Und wil bey Speisen mehr als Reimen lustig seyn.