An Hn. von Oppen zu Waldaw

By Simon Dach

Written 1632-01-01 - 1632-01-01

Hier sehn ich mich nach Pferden,

Waß geh ich immer an,

Daß, eh es Nacht wil werden,

Ich heim gelangen kan?

Ist Niemand hie zugegen,

Dem dieß zu Hertzen fährt

Vnd mich auff zweyen Wägen

Nach Königsberg gewehrt?

Wirdt mich von Oppen lassen,

Des wahren Adels Ruhm,

Der Kunst in Gunst zu fassen

Hält für sein Eigenthum?

Laß dieß anietzt, Herr, schawen

Vnd hilff mir eilends fort,

Führ, o du Pracht der Frawen,

Bey ihm für mich das Wort.

Ich komm aus reinen Enden,

Erschrecket nicht für mir,

Deß wil ich euch verpfänden

Glimpf, Ehr vnd alle Zier,

Ich wil nicht vor Euch kommen,

Lasst meine Bitte nur

Nicht seyn vnangenommen,

Vnd helfft mir mit der Fuhr.

Ihr könnt ja nicht entbehren

Der angesteckten Stadt,

Sie muß euch offt gewehren

Waß Waldaw gar nicht hat,

Ihr müsset euch nicht schewen,

Giebt euch der Artzt waß ein,

Wer weiß, ob die Artzneyen

Gantz vnverdächtig seyn.

Sonst habt ihr mir erwiesen

Der Gutthat also viel,

Daß ich sie vngepriesen

Nicht lassen kan noch wil.

So helfft mir ietzt auch stillen

Die Vrsach dieser Pein,

Und wo nicht meinet Willen,

Doch meiner Reim allein.