An Holtzhauer, in Königsberg

By Leopold Friedrich Günther von Goeckingk

Written 1784-01-01 - 1784-01-01

Um deine Achtung zu erzwingen,

Stellt zwar ein Thor so oft, im Lauf'

Des Lebens, deinen Füßen tausend Schlingen,

Allein vergeblich auf.

Ein Narr ist darum dir nicht minder

Ein Narr, wenn er auf Silber dich

Mit Kaviar bewirthen will, denn blinder

Macht er damit nur sich.

Was kümmert dich sein Dutzend Gäste,

Nachsinnend, wie es ihm den Wanst

Mit Schmeicheleien und mit Lügen mäste?

Da du nicht heucheln kannst?

Indeß schleicht um den Tisch des Thoren

Der Tod sich ungesehn herum,

Und schlägt ihm mit der Fackel um die Ohren,

Und wirft den Lehnstuhl um.

Und sieh! da liegt der Götze röchelnd,

Und fährt, wer weiß wohin? und du

Siehst dem geborgten Leichenzuge, lächelnd,

An deinem Fenster zu.

Auch du stirbst einst; dann aber blähen Hundert

Der Thoren auf, ihr stolzes Unterkinn,

Und sehen neidisch nach, wenn du bewundert,

Fortgehst – man weiß, wohin.