An ihre entzündende schönheit. C. E.

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Was geist und leben nur in seinen adern trägt

Kennt die vollkommenheit der schönsten Leonoren

Die zur verwunderung den menschen ist gebohren

Und fast die halbe welt durch ihren blick bewegt

Die durch ein süsses wort die hertzen gantz zerschlägt

Und täglich frische glut in unsrer brust erregt;

Ja die der himmel nur uns zum verderb erkohren

Daß durch ihr heisses feur gieng stadt und land verlohren.

Saat mir: wie heiß’ ich wohl die unglücks-stiffterin

Durch die ich selbst zur glut und aschen worden bin

Wie wird auffs grausamste sie doch von mir benennet?

Es gleichet ihrem brand kein blitz noch sonnen-schein;

Sie kan mit beßrem fug ein höll’sches feuer seyn

Das tag und nacht uns brennt und selber doch nicht brennet.