An Jakob Kaufmann

By Betty Paoli

Written 1854-01-01 - 1854-01-01

In der Heimath trauter Haft

Wolltest du nicht weilen;

Mög' auf deiner Wanderschaft

Dich mein Gruß ereilen.

Schmerzlich, freudig, mög' er dich

An die Zeit gemahnen,

Wo für flücht'ge Stunden sich

Kreuzten unsre Bahnen.

O wie froh ließ ich dein Wort

Meinen Geist umranken,

Und empfing von dir den Hort

Ew'ger Lenzgedanken!

Einen Strom von Poesie

Fühlt' ich mich umschwellen,

Meine Seele läuternd, wie

Heil'gen Stromes Wellen! –

Bruder! grüße ich dich leis'

Hier in meinem Sange,

Weil ich keinen Namen weiß,

Der von süßrem Klange.

O gewiß! dein Herz verkennt

Nicht was meines flüstert:

Daß wir, ob für stets getrennt,

Doch für stets verschwistert.