An meinen Vater

By Hedwig Lachmann

Written 1891-01-01 - 1891-01-01

Nun weih ich dir im Tode,

Was sich mir im Gemüt

Allmählich wie Kleinode

Gehärtet und geglüht.

Ich sah dich oftmals sinnen,

Wenn mich dein Blick durchdrang,

Erratensbang, was innen

Noch dämmernd in mir rang.

Das fühlende Umarmen

Der Welt in ihrem Sein,

Am Irdischen Erwarmen –

Wir hatten es gemein.

O Geist, dahingegeben

Der dunkelsten Gewalt –

Wie sehnst du dich ins Leben,

Zurück in die Gestalt!